Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1896)
- Article
- Die Kriminalität der Juden in Deutschland
- Date
- 1896-01-01
- Page
- 26 (sequence 6)
- Language
- German
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26 3m deutschen Reich. Ziehungen verfügt, um bei verbrecherischer Anlage eine Wechselfälschung leicht begehen und auSnützen zu können. Mithin ist es ganz augenscheinlich, daß mangelnde Moralität und verbrecherische Anlage in zahlreichen Fällen die Richtung für ihre besondere Entwicklung durch den Beruf erhalten werden. Daß dem Berufe und dementsprechend der sozialen Stellung bei allen Untersuchungen über die Kriminalität eine ganz besondere Aufmerksamkeit zugewandt werden muß, steht demnach fest und ist schon häufiger ausgesprochen worden. Unter diesen Umständen wird es deutlich, welches Gewicht es hat, zum Vergleiche mit der jüdischen Kriminalität nicht die kriminellen Derhältniffe eines Landes überhaupt heranzuziehen, sondern nur die kriminellen Verhältnisse einer Bevölkerung, die überwiegend gleichen oder ähnlichen Berufen wie die Juden angehört. Das industriereiche Königreich Sachsen bietet in dieser Beziehung für die deutschen Verhältnisse zum Vergleiche den geeignetsten Maßstab gegenüber den Juden, die, durch die historische Entwicklung gezwungen , gleichfalls in überwiegender Anzahl kaufmännisch thätig sind. Was zeigt sich nun im Königreich Sachsen? Von 35 mitgetheilten verschiedenen Rubriken der Kriminalstatistik, die für die Juden ungünstig lauten, finden sich bei der Kriminalstatistik des Königreichs Sachsen nicht weniger als 18 Rubriken wieder, die genau dieselben Erscheinungen für die christlichen, dabei gleichfalls überwiegend kaufmännisch thätigen Sachsen erweisen. Zwei weitere Rubriken, die für die Sachsen und für die Juden nicht vollständig gleichartig find, tragen gleichwohl zur Erhöhung der Aehnlichkeit des Bildes bei. Im Deutschen Reiche sind nämlich die Juden bei Münzvergehen über die Durchschnittszahl hinaus betheiligt; im Königreich Sachsen trifft für die nichtjüdische Bevölkerung dasselbe zu, aber nicht bei den leichten Münzvergehen, sondern bei den schweren Münzverbrechen. Und während die Juden in Deutschland nur bei dem einfachen Betrug über die Durchschnittszahl betheiligt sind, sind im Königreich Sachsen die Mcht-Juden außer bei dem Betrug auch bei dem Betrug in wiederholtem Rückfalle stärker vertreten. Soll man nun annehmen, daß die nichtjüdischen Einwohner des Königreichs Sachsen eine besondere Neigung zu folgenden Ge-