Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1896-01-01 · Heft 1 (Januar 1896) · p. 25

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
2 (1896)
Issue
Heft 1 (Januar 1896)
Article
Die Kriminalität der Juden in Deutschland
Date
1896-01-01
Page
25 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
98% known words query
IRI
…/2316602-2316611-2316613-2318016--00647-2318101
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Kriminalität der Juden in Deutschland. 25 als die spezielle Richtung der Kriminalität bei den Nicht-Juden. UeberdieS ist in Erinnerung zu behalten, daß die Gesammtsumme der Aburtheilungen der Juden gegenüber der Durchschnittszahl aller Verurtheilungen wesentlich zurückbleibt. Allein, man braucht gar nicht die Frage zu untersuchen, ob die geringe Betheiligung der Juden bei Mord, Todtschlag, Diebstahl, einfacher und schwerer Körperverletzung u. s. w. n. s. w. es aufzuwiegen vermag, daß die Juden bei anderen Delikten über die Normalzahlen hinaus betheiligt sind. Soll eine bestimmte Kategorie der Bevölkerung Verurtheilte zu einer bestimmten Art von Delikten liefern, so muß diese Kategorie zunächst überhaupt in der Lage sein, jene Delikte begehen zu können. Oder anders ausgedrückt: Wenn nur ein bestimmter Beruf die Möglichkeit bietet, ein bestimmtes Delikt zu verüben, so werden überhaupt nur jene Kategorien der Bevölkerung für eine Bestrafung aus diesem Grunde in Betracht kommen können, die Vertreter zu jenem Berufe stellen. Beispielsweise ist nicht ein einziger Jude verurtheilt worden wegen Vergehung gegen die Verordnungen bezüglich der Schifffahrt; diese Erscheinung wird man den Juden nicht besonders zu Gute zu rechnen haben; denn da die Zahl der Juden, welche bei der Ausübung der Schifffahrt bctheiligt sind, eine verschwindend kleine ist, so ist es selbstverständlich, daß dementsprechend auch verschwindend klein nur die Möglichkeit für sie ist, gerade jene Gesetzesparagraphen, die sich nur auf die Schifffahrt beziehen, zu übertreten. Das wird man auf allen Seiten zugeben. Und ganz ebenso unzweifelhaft ist es, daß bestimmte Berufe in viel höherem Grade die Möglichkeit und den Anreiz zu bestimmten Delikten bieten als andere Berufe. Tausende von Arbeitern und Tausende von ganz kleinen ländlichen Besitzern werden schwerlich je in die Versuchung kommen können, einen Wechsel zu fälschen, weil sie kaum wissen, was ein Wechsel ist, und weil sie kaum wiffen würden, welche Manipulationen man bei Wechselfälschungen vorzunehmen hat; und hätten sie einen Wechsel gefälscht, so wären sie kaum in der Lage, das gefälschte Papier in vortheilhafter Weise für sich zu Gelde machen zu können; wie viel größer ist in dieser Beziehung die Versuchung für den Kaufmann und Geschäftstreibenden, der über das Wiffen und die Be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.