Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 2 (1896)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1896)
- Article
- Die Kriminalität der Juden in Deutschland
- Date
- 1896-01-01
- Page
- 24 (sequence 4)
- Language
- German
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24 3m deutschen Reich. Nerurtheilten, als es dem Bevölkerungsverhältniffe nach zu erwarten war. Verbrechen »nd Vergehen gegen Staat, öffentliche Ordnung und Religion: Von 1882—1892 bestraft 655 319 Nicht-Juden und 8556 Juden; es lieferten die Juden 754 Personen mehr zu den Berurtheilten, als es dem Bevölkerungsverhältniffe nach zu erwarten war. Also wie in der Gesammtsumme, so bleiben auch entsprechend in fast allen einzelnen Rubriken die Juden zum Theil sehr erheblich hinter der durchschnittlichen Kriminalität zurück; nur in einer Rubrik übersteigen sie die Durchschnittszahl: bei den Verbrechen und Vergehen gegen Staat, öffentliche Ordnung und Religion. Unter dieser Rubrik sind Aburtheilungen bis zur Höhe von 66 392 in einem einzigen Jahre in Deutschland erfolgt; und in ihr sind die Juden im Deutschen Reiche mit nicht ganz 69 Personen im Jahresdurchschnitt zuviel betheiligt. Für die staatliche Entwicklung hat natürlich bei Zehntausenden von Verurtheilungen jährlich auch dieser Ueberschuß von 69 Juden keine Bedeutung. Es könnte sich aber doch fragen: zeigt sich etwa bei den Juden eine besondere Hinneigung zu Verbrechen oder Vergehen gegen Staat, öffentliche Ordnung und Religion? Die Antwort konnte nur ein detaillirtes Eingehen auf die einzelnen Arten der Vergehen und Verbrechen liefern; und diese spezielle Untersuchung hat im Einzelnen gezeigt, bei welchen Delikten die Juden stärker, bei welchen zahlreichen Delikten sie schwächer betheiligt sind, um schließlich in der Generalsumme erheblich hinter dem allgemeinen Durchschnitt der Kriminalität zurückzubleiben. Die Tabellen weisen mit aller Klarheit außerordentliche Unterschiede zwischen der Kriminalität der Juden und der Nicht-Juden auf. Es giebt ganze Vergehens- und Verbrechenskomplexe, bei denen die Juden ganz auffällig schwach, und andere, bei denen sie entsprechend stark betheiligt sind. Ist nun für diese Erscheinungen die Raffe, die sich nicht feststellen läßt, oder ist dafür die Religion verantwortlich zu machen? Immerhin würde es sich noch fragen, ob die besondere Richtung, welche die kriminelle Ausschreitung bei den Juden nimmt, dem Staat als Gesammtheit gefährlicher ist.