Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 6 (Dezember 1895)
- Article
- Vereinsnachrichten
- Date
- 1895-12-01
- Page
- 326 (sequence 11)
- Language
- German
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Im deutschen Reich. 82« daß eine von Postbeamten verübte öffentliche Schmähung einer Firma, nur weil sie jüdisch sei, nicht ungerügt bleiben dürfe. Das Bankhaus sei veranlaßt worden, sich mit einer von uns verfaßten Eingabe an die Vorgesetzte Behörde jener Beamten zu wenden, und darauf habe der Kaiserliche Oberpostdirektor in Oldenburg den Bescheid ertheilt, daß die beiden Beamten auf das Unziemliche ihres Verhaltens verwiesen worden seien. Hoffentlich wird dies andere Postbeamten davor warnen, mit antisemitischen Gesinnungen zu prunken. In Bezug auf die Einzelthätigkeit des Vereins sei die Vermehrung der Berliner Gruppen, die Rührigkeit derselben und insbesondere die dankenswerthe, erfolgreiche Thätigkeit der Herren Dr. Koehne, Dr. Blaschke, I. Rosenthal, Rechtsanwalt Sonnenfeld und Dr. Jos. Lewp in diesen Gruppen anzuerkennen.' Ebenso dürfe nicht unerwähnt bleiben, daß die günstigere Finanzlage des Vereins wesentlich auf die verdienstliche Thätigkeit des Schatzmeisters, Herrn Dr. I. Ginsberg, und die Thätigkeit des Kontroleurs, Herrn Weile, zurückzuführen sei. Bei den wachsenden Anforderungen an die Mittel des Vereins müsse ausdrücklich betont werden, daß derselbe statutenmäßig kein Unterstützungsverein sei und Lediglich die staatsbürgerlichen Rechte der deutschen Juden zu vertreten habe. Eine sparsame Verwaltung sei aber schon deshalb erforderlich gewesen, weil die in diesem Jahre neubegründete Vereinszeitschrist erhebliche Kosten verursacht habe, trotzdem diese durch die dem Preßfonds zugeflossenen freiwilligen Beiträge und die Rührigkeit der Redaktion möglichst herabgemindert worden seien. Von der Erwägung ausgehend, daß jedes Vereinsmitglied das Organ erhalten müsse, in welchem der Vorstand den Mitgliedern mittheile, was sich auf den Verein beziehe, habe der Vorstand nach langem Zögern beschlossen, von den Nichtmitgliedern den Abonnementsbeitrag von 3 Mk. bezahlen zu lassen, den Mitgliedern es aber völlig anheim zu stellen, ob sie den gewiß minimal auf nur eine Mark bezifferten Jahresbeitrag für zwölf Nummern leisten wollen oder nicht, wobei allerdings der Vorstand geglaubt habe, erwarten zu dürfen, daß die meisten Mitglieder freudig den Betrag von einer Mark spenden und auch erhebliche Zuwendungen zu dem Preßfonds eingehen würden. Am Schlüsse seiner mehrfach von Beifall unterbrochenen Ausführungen erkannte es der Herr Vorsitzende auch rühmend an, daß von den Bureaubeamten des Vereins die seit Jahresfrist durch die Vermehrung der Mitgliederzahl und der Versammlungen, sowie durch die Massenhaftigkeit der Versendungen Wesentlich gesteigerte Arbeit derart bewältigt worden, daß keine Vermehrung des Bureaupersonals nöthig geworden sei. — Der nächste Punkt der Tagesordnung betraf die Wahlen für die satzungsmäßig ausscheidenden bezw. ausgeloosten Vorstandsmitglieder. Der Antrag des