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Im deutschen Reich · 1895-12-01 · Heft 6 (Dezember 1895) · p. 289

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 6 (Dezember 1895)
Article
Leopold Schefer
Date
1895-12-01
Page
289 (sequence 5)
Language
German
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Leopold Schefer. 289 Die Antwort Schrfer'S ist nicht erhalten; keinesfalls hat ihn der offene Freundestadel verstimmt. Vielmehr muß gerade in den unmittelbar folgenden Jahren Schefer'S Lieblingsplan, eine Gefammtausgabe oder auch nur Auswahl seiner Schriften erscheinen zu laffen, vielfach erwogen worden sein. Allmählich nahm dieser Plan festere Gestalt an. Am 30. Januar 1841 meldete Veit, daß er eine Novellen-Sammlung Schefer's angekauft habe und suchte für die geplante Gesammtausgabe den Dichter zu einer Selbstbiographie zu veranlaffen. Eine eigentliche Selbstbiographie kam nun freilich nicht zu Stande, aber die unter dem Namen W. v. Lindemann's dem 11. Bande der zweiten Ausgabe beigefügte Lebensbeschreibung ist größtentheils aus Aufzeichnungen des Dichters zusammengestellt. Die Sammlung ausgewählter Werke, die in 9 Bänden 26 Novellen und Skizzen, im 10. die Gedichte, im 11. und 12. das Laienbrevier enthielt, wurde in 2000 Exemplaren gedruckt, muß aber so schlecht gegangen sein, daß von dem Gedichtband nur 750 Exemplare als 10. Band der Werke bezeichnet, während die übrigen als Sonderausgabe der Gedichte (und zwar als 3. Auflage, die früheren waren bei anderen Verlegern erschienen) veröffentlicht wurden. Auch bei dieser Auswahl der Gedichte erhielt Veit übrigens die Vollmacht, auszuwählen und zu feilen, eine Vollmacht, von der er Gebrauch machte. Gleichfalls von Veit, auf besondere Anregung des Dichters, stammt die Ankündigung der Gesammtausgabe; diesem seinen Auftraggeber gegenüber entschuldigte er den Freimuth, mit dem er geredet. Wie sehr Veit diese Gedichte schätzte, gehl aus folgenden, an seine Frau gerichteten Zeilen (Marienbad, 25. 7. 46) hervor: „Die Schefer'schen Gedichte, die ich mir zur Anordnung und Sichtung mitgenommen habe, machen mir die höchste Freude: cs ist eine so große Fülle von Schönem, Vollendetem darinnen, daß ich die Hoffnung nicht aufgcbe, einen Band Gedichte zusammenstellen zu können, wie wir wenige in der deutschen Literatur haben." Diese Gesammtausgabe, die im Jahre 1846 vollendet (in 12 Bänden) vorlog, hatte einen äußerst geringen Erfolg. Daher unternahm es Veit 10 Jahre später, „um die jahrelang unbeweglich ruhenden Vorräthe flott zu machen", eine Titelausgabe in Lieferungen zu veranstalten. Es ist naturgemäß, daß ein solcher Mißerfolg, vielleicht gleich unerwartet für Autor und Ver-

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