Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 6 (Dezember 1895)
- Article
- Leopold Schefer
- Date
- 1895-12-01
- Page
- 286 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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286 3m deutschen Reich. katalog 1837 waren ste bereits angekündigt, mit dem eben an» gegebenen kurzen Titel, nicht mit dem von Schefer gewünschten Zusatze „über das Menschenthum", doch erschienen sie erst viel später. Eifrig besprochen wurde unter den Freunden ein von Schefer für die „DioSkuren" zu schreibender Aufsatz über Spinoza's Leben, wozu V. eifrig ermunterte und den in der Einöde lebenden Autor mit Büchern versorgte. Dagegen konnte der Verleger, bei aller Theilnahme für den Dichter, dessen Wunsch einer Gesammtausgabe damals nicht befriedigen, da der Ankauf des Verlagsrechles der einzelnen Schriften zu große Summen beansprucht hätte. Zeigten sich in solchen Dingen, in denen der Verleger, nicht der Literaturfreund, den Ausschlag geben mußte, naturgemäß Differenzen, so regte sich auch gelegentlich bei Veit, trotz aller Verehrung für den Dichter, ein literarischer Widerspruch. Zeugniß dafür ist ein überaus merkwürdiger Brief Veit's vom 22. Februar 1839, der hier im Wortlaut folgen soll, ein Brief, wie ihn wohl wenige deutsche Verleger an ihre Autoren schreiben oder geschrieben haben. Zur Erklärung diene, daß die „Jahreszeiten" eine von O. Marbach herausgegebene Zeitschrift sind. (5 Bände, Leipzig 1839—40.) Die Beiträge Schefer's stehen im 3. Bande, S. 1—98: Blicke in's Leben, S. 99—116: Gedanken und Sprüche. Veit's Brief lautet: Berlin, 22. 2. 39. Mein theurer, verehrter Freund! Ihre Mittheilungen in Marbach's „Jahreszeiten" habe ich gestern gelesen und muß gestehen, daß sie mir nicht den ganzen unverkümmerten Genuß gewährt haben, den ich davon erwartete; ich falle gleich mit der Thür in's Haus, weil ich weiß, daß die Aufrichtigkeit keines Vorworts bei Ihnen bedarf. Aus der „Bulle" weht ein apostolischer Geist, nicht wie die Kirche das Wort versteht, sondern jener Geist der Milde und Gelassenheit, wie er aus der Energie einer selbsterworbenen Ueberzeugung, als aus seinem fruchtbarsten Mutterboden, hervorgeht; zugleich ist es Ihnen aber auch gelungen, die Dunkelheit der apostolischen Schreibart nachzuahmen. Sie verstecken die faktischen Motive und Veranlaffungen, weil Sie dieselben als bekannt voraussetzen, und es bedürfte eines iveitläufigen Kom-