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Im deutschen Reich · 1895-11-01 · Heft 5 (November 1895) · p. 247

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 5 (November 1895)
Article
Im Verwaltungswege
Date
1895-11-01
Page
247 (sequence 2)
Language
German
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Im Verwaltungswege. 247 Wir wissen nicht, wieviel jüdische Lehrkräfte von Gesetzes wegen an den Simultanschulen angestellt werden müssen, das aber wissen wir, daß in Frankfurt an städtischen Schulen im Ganzen sage 3 jüdische Lehrerinnen fest angestellt sind und zwar an 2 höheren Mädchenschulen, in denen bei einer Frequenz von 773 bezw. 672 Schülerinnen das jüdische Element mit 140 bezw. 263 Köpfen betheiligt ist, was einen Prozentsatz von stark 20 bezw. 40 Prozent ergiebt. Stellen wir demgegenüber fest, daß sich bei einer Zahl von 56 (bei 773) und 25 (bei 672) katholischen Schülerinnen die Zahl der katholischen Lehrkräfte auf 4 bezw. 3 beziffert. (Die Gesamnitlehrerzahl beträgt 23 bezw. 28.) Dadurch rückt die angeführte Bemerkung des zur Schuldeputation gehörigen Stadtraths in ein sehr eigenthümlichcs Licht! Da wir keinen Grund haben, die Mittheilungen des betreffenden Stadtrathcs anzuzweifeln, so wollen wir die uns bisher unbekannt gebliebene Gesctzcsvorschrift als eineThatsache gelten lassen. Nehmen wir hierzu die Verordnung, welche jüdische Lehrer und Lehrerinnen für ungeeignet erklärt, Geschichte, deutschen Aussatz und Literatur zu lehren, so drängt sich Jedem, der sehen will, die Ueberzcugung auf, daß es sich hier um nichts Geringeres handelt, als darum, die Juden aus der Erziehung hinauszudrängen. Hat man irgend einen Schein von Recht, das zu thun? Besitzen die Juden als solche irgend welche Eigenschaften, die es unthinilich erscheinen lassen, ihnen die Erziehung der Jugend anzuvertrauen? Sind sie vielleicht in sittlicher oder in pädagogischer Beziehung nicht dafür qualisizirt? Fehlt es ihnen an den nöthigen Fachkcnntnisseu oder gar an Liebe zur Sache und Verständniß? Wollen wir den Aussagen, den Verunglimpfungen und Beschimpfungen derer um Stöcker, Hammerstein und Konsorten Glauben schenken, dann freilich fehlt den Juden nicht mehr und nicht weniger als Alles. Aber mir denken zu gut von der Mehrheit des deutschen Volkes, als daß wir glaubten, das Judenthum dagegen in Schutz nehmen zu müssen, s Die Innigkeit des jüdischen Familienlebens, die Ehrerbietung gegen Eltern und alle alten Leute zeugen von der Gemüthstiefe aller deutschen Juden. Diese Eigenschaft befähigt sie aber in hohem Grade, als Lehrer auf die Gemüther der Kinder zu wirke». Weder ans der Kriminalstatistik, noch aus dem Erfahrungsleben sind Fälle bekannt, welche die Juden als sittlich minderwerthig

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