Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 5 (November 1895)
- Article
- Leopold Schefer
- Date
- 1895-11-01
- Page
- 244 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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244 Im deutschen Reich. Die von der Ceusur verunstaltete, auch später nicht wiederhergestellte Stelle ist die vom 12. März. Sie sollte also lauten: Drum schlachtet nicht zu schrecklich, Ihr Schlächter — denn nach dreien Tagen schon Ist die gewonnene Schlacht — an Gott verloren und hat durch die Verwäfferung („Helden" statt „Schlächter") freilich sehr an Kraft und Sinn eingebüßt. — Die erste Hälfte des „Laienbrevier" erschien im Frühjahr 1834. Auf die Vollendung des Ganzen mochte Veit in seiner jugendlichen Verlegerungeduld nicht warten. In Folge dessen konnten eigene Verbesserungen und Zusätze des Dichters in der ersten Auflage keine Berücksichtigung finden. Schefer war Veit's Anregungen nicht gefolgt. Er hatte sein Buch keinem Fürsten gewidmet, weil er in den Zeiten der schweren Reaktion nicht als Königsschmcichler sich zeigen wollte. Noch in demselben Jahre erschien bei Veit Schefer's Roman „Gräfin Alfeld", der, bei einem andern Verleger gedruckt, aber noch nicht ausgegeben, von V. übernommen worden war. Dagegen konnte die zweite Hälfte des „Laienbrevier" nicht, wie der Verleger gewünscht hatte, zu Weihnachten 1834 erscheinen. Sie und somit die erste Ausgabe des vollendeten Werks erschien Juni 1835. Ter Dichter bekam dafür 40 Louisd'or. Beit war von dem Buche, dem einzigen Werke Schefer's, das einen wirklichen buchhändlcrischen Erfolg hatte, sehr entzückt, ja wollte selbst eine große Nezension darüber veröffentlichen, weil die erschienenen, die zuvel von Pantheismus und Optimismus sprachen, den dichterischen Gehalt jedoch zu wenig berührten, ihm nicht genügten. Damals kannle Veit den Dichter noch nicht persönlich. Darum mochte für ihn, ebenso wie für uns, eine Schilderung besonders interessant sein, die Stieglitz nach einem Besuche bei Schefer von diesem entwarf: „Leopold Schefer ist ein seltsam kompliztrter Mensch. Für sein äußeres Bild weiß ich keine treffendere Aehnlichkeit als seinen Leopold'schen Namensvetter, den tiefkundigcn Geologen und beiläufigen Kammerhercu von Buch. Dieselbe Konfiguration des länglichschmalen Gesichts, dieselbe mittlere Größe, dasselbe Augcnhcftcn zum Boden bei etwas gebücktem Gang, ja derselbe blaue Ueberrock. Das Sinnende seines Wesens vcrläugnct sich