Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 5 (November 1895)
- Article
- Leopold Schefer
- Date
- 1895-11-01
- Page
- 243 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2316602-2316604-2316609-2317725--00420-2317829- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Leopold Schefer. 243 und für den er Schefer zu gewinnen suchte. Durch ihn, der Generalinspektor des Fürsten Pückler-Muskau war oder wenigstens hieß, lernte er Letzteren kennen, hatte aber, wie er am 10. April 1832 schrieb, von dem Besuch keinen sonderlichen Gewinn. Veit meldet: „Er lag im Bett und die rothseidenen Vorgänge gaben ihm eine so eigenthümliche Beleuchtung, daß ich zweifle, ob ich ihn auf der Straße wiedererkennen würde. Das Gespräch kam auf Goethe: er sprach sehr klar und bestimmt, ich verworren und abgeriflen, weil ich von vornherein in der Zeit beschränkt und daher jeden Augenblick gesonnen war, der Schicklichkeit halber aufzubrechen." Vielleicht märe es zu einem näheren Verkehr zwischen beiden Männern gar nicht gekommen, wenn M. Veit nicht Anfang 1834 eine Buchhandlung gekauft (im Verein mit seinem Freunde Joseph Levy, der späler den Namen Lehfeldt annahm) und sie unter eigenem Namen: Veit u. Comp, fortgeführt hätte. Von diesem für sein Leben höchst bedeutungsvollen Ercigniß gab Veit dem neugewonnenen Freunde alsbald Kunde (7. Januar 1834), um ihn als Autor für seinen Verlag zu gewinnen. Er bat ihn um das „Laienbrevier", dessen zwei erste im Mundt'scheu Almanach veröffentlichte „Monate" einen großen Eindruck auf ihn gemacht hätten. Den Empfang des Manuskripts betrachtete er (6. März 1834) als „das erste literarische Evenement" seines Verlags. Dem Manuskript gegenüber war Veit nicht bloö als Verleger, sondern auch als Schriftsteller thätig, indem er sowohl Auswahl der Verse als ihre Vertheilung auf die einzelnen Tage besorgte. Seinem Wunsche, den einzelnen Gedichten Ueberschriften voranzustellen, sowie dem andern, Schefer's Bild der Sammlung beizugebcn, fügte sich der Dichter nicht. Auch verhielt er sich einstiveilen ziemlich kühl gegen das Drängen des Buchhändlers, auch seine Orientreise und womöglich ein Werk des Fürsten für seinen Verlag zu erhalten (s. ».). So sehr nun auch das „Laienbrevier" im Vordergründe der Korrespondenz stand, so wurde doch auch Anderes berührt. Am 29. März 1834 berichtete Veit, daß sein eigenes, kürzlich erschienenes Buch über den Saint-Simonismus in den Berliucr Leihbibliotheken verboten worden sei. Gleichzeitig konnte er auch von einem dem Werke des Freundes zugefügten Censitrstücklein melden.