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Im deutschen Reich · 1895-11-01 · Heft 5 (November 1895) · p. 223

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 5 (November 1895)
Article
Antisemitismus - Anarchismus
Date
1895-11-01
Page
223 (sequence 19)
Language
German
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Antisemitismus — Arnachi-mus. 223 genug in „narkotisch christlicher Betäubung gehalten worden"; und schließlich ist „das Christenthum ein gewaltiger Hemmschuh nicht nur in der Bekämpfung des Hebräerthums, sondern vor Allem ein Hemmschuh unserer nationalen Entwickelung". Der Wotanglaube wird als das Bessere gepriesen. Ich denke, diese Kette genügt. Verfassung! — Daß der Antisemitismus sich gegen den Geist der Verfassung versündigt, indem er ihre Grundlage, die Gleichberechtigung aller Staatsbürger aufheben will, ist klar und bekannt genug. Monarchie! — Auch die Monarchie wird angegriffen und heruntergcriffen, theils als Institution, theils in den Personen ihrer Vertreter, und in der gemeinsten Weise. Das ist keine Entschuldigung, wenn die eine oder andere antisemitische Gruppe sagt: „Das haben wir nicht mehr mitgethan." Aus der einen hat sich die andere mit der Nothwendigkeit des Fluches der bösen That entwickelt. Einen Thron haben nach dem „Deutschen Volksrecht" die alten Germanen garnicht gekannt; sie hätten ihn auch garnicht geduldet. Sie erkannten keinen Herrscher, selbst ihren Gott-Vater Wotan nicht über sich an. Gegen „Fürsten, Junker und Juden" kämpfen Ahlmardt und Böckel. Von Respekt und Königstreue zeigt die Art doch wenig, in der Stöcker im Bunde mit Hammcrstein mit der Politik der Hintertreppe den Kaiser auf seine Seite bringen wollte. Von Respekt im Ton ist doch wenig zu spüren, wenn die „Deutsche Wacht" des Herrn Zimmermann wohlgefällig die Sätze aus „Fürst Bismarck und die Sozialdemokratie", Verlag Glöß, reprodnzirt: „Die Geschichte wird desto bitterer mit Wilhelm II. darüber rechten, warum er „eine so bewährte Kraft" wie Herrn von Bötticher im Amte behielt und eine nie wiederkehrende Gestalt, wie Bismarck, einfach von sich wies." Oder ist es monarchisch gesinnt, wenn in den „Stimmen vom Rhein" des Freiherr Felix von Loö im Sommer 1892 zu lesen stand, die Untersuchung im Ticza-Eszlaer-Prozeß sei niedergeschlagen worden, weil Rothschild der österreichischen Regierung mit Fallen der Staatspapiere gedroht habe, wenn diese Untersuchung ausgeführt würdet Ist es monarchisch gesinnt, wenn gesagt wird: der österreichische Kaiser hat Schönerer nicht, dcnJndcnPolizer doch begnadigt; hinter dieserBeguadigung steckt das Judenthum, denn der österreichische 16*

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