Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 4 (Oktober 1895)
- Article
- Eine Hochzeit mit Hindernissen
- Date
- 1895-10-01
- Page
- 167 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Ein« Hochzeit mit Hindernissen. 167 Schwester verwendet, und bey der Vereitelung dieser Verhandlung, einen Verlust von mehreren Hundert Thalern haben konnte, so hoffe ich anjetzt noch: Daß, wenn ich auch aus Unkunde nicht Schritt vor Schritt, jedoch mit offener Erklärung der Umstände, bei der competenten Instanz die Vorschriften beobachtet, Ew. Hochgräst. Excellenz mildest die bereits Hochdenenselben eingereichte UntersuchungS- Acten reponiren, und die gemachte Caution von 50 Rth. mir zurückzahlen zu laßen geruhen werden. In der tiefsten Submission verharre ich Ew. Hochgräfl. Excellenz unterthänigst treu gehorsamster Simon vasck. Doct. * * * Indessen war der Bescheid des Grafen Hoym an die Posener Kammer ausgefertigt worden, von welchem dann auch dem vr. Simon Kenntniß gegeben wurde. Derselbe lautet: 3. Breslau, den 27. Juny 1797. Auf Eure Anfrage vom 22. v. M. ob und wie der Doktor Medicinae Levi wegen der mit der Ranette Symon ohne Trauschein zu Meseritz vollzogenen Ehe, und der dortige Rabbiner Hirsch Lewin, dem deßen Trauung untersagt worden, zu bestrafen ist, wird Euch unter Rückfertigung der hierüber verhandelten Acten hiermit zum Bescheid ertheilt, daß, da der Levi ein Arzt ist und also favor litterarum gewissermaßen ihm zu statten kommt, auch kein südpreußischer Unterthan ist, diese Denunciation ganz niedergeschlagen werden soll. Hiernach ist die steuerräthliche Behörde von Euch zu bescheiden. Hoym. Die Darstellung des Dr. Simon zeichnet sich nicht gerade durch Klarheit aus. Welcher Art die halbe Trauung war, die der Rabbiner vorgenommen, zu der nur noch vas Amen fehlte, das erst nach drei Stunden gesprochen werden sollte, um dem Trauakt die volle Gültigkeit zu verschaffen, ist schwer zu verstehen. Noch heute wird in Posen bei einem großen Theil der Trauungen zuerst die Trauungssormel gesprochen, worauf dann sämmtliche übrigen Segenssprüche folgen. Es mag nun damals Sitte gewesen sein, daß man zwischen der Trauungsformel, welche bei dem Trauakt den eigentlichen Schwerpunkt bildet, und der Auf»