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Im deutschen Reich · 1895-10-01 · Heft 4 (Oktober 1895) · p. 165

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 4 (Oktober 1895)
Article
Eine Hochzeit mit Hindernissen
Date
1895-10-01
Page
165 (sequence 4)
Language
German
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Line Hochzeit mit Hindernissen. 165 genommen war, die folgende Eingabe an den Grafen Hoym, zu dessen humaner Gesinnung man allgemein großes Zutrauen hatte: 2. Hochgebohrner Herr Graf! Hochgebietender Herr geheime Etats- Krieges- und wirklich dirigirender Minister. Gnädigster Herr! Posen, d. 11. July 1797. Ew. hochgräfl. Excellenz geruhen, einen Vorfall sich vortragen zu laßen, wodurch ich nebst meiner Familie, an meiner Ehre gelitten, und zugleich auch eine mich drückende Geldausgabe gehabt habe. Meine Schwester Nanette, eine arme Waise, die ich von der ersten Zeit unterstützt habe, versprach sich mit dem Doctor medicinae Levi in Frankfurt an der Oder, und da ich auch bey diesem Vorfall der alleinige Unterstützer meiner Schwester war, so beschloß ich, wegen Ersparung der Kosten, die Hochzeit nicht an dem Geburts-Ort der Nanette, sondern in Meseritz, in der Nähe von hier, zu vollziehen, und auch noch eher als der eigentliche Termin der Hochzeit bestimmt war, weil nach Jüdischem Ceremoniel nach Ostern eine Art Fasten einfält, wo nur ein Tag zum Trauen übrig bleibt. Der Doctor Levi, der sich nach dem Zeugniß der Professors Behrends zu Frankfurt zu einem nützlichen Arzt gebildet, examinirt war, und blos wegen Abwesenheit des Professor Behrends, seine Disputation nicht halten können, schrieb an mich, daß der Hochzeits-Termin sehr nahe sey und wie es mit dem Trauschein stünde. Die Kürze der Zeit erlaubte mir weiter nichts, als mich bey dem hiesigen Kriegs- und Steuer-Rath Timroth, informationis causa, zu melden, und ich versicherte ihm alle erforderliche Caution, wegen einen Interims-Trauschein, da der würkliche Trauschein, nach denen Gesetzen des Staats dem Doctor Levi nicht entstehen könne. Derselbe verwies mich an den Kriegs¬ und Steuer-Rath Thiele in Meseritz, und gab mir ein Schreiben an den gedachten Krieges- und Steuer-Rath mit, welchem meine Versicherung beygeschloßen mar. Anderthalb Tage vor der Hochzeit kam ich von hier, der Doctor Levi und meine Schwester aus Frankfurt, in Meseritz an, und ich meldete mich bey dem Krieges¬ und Steuer-Rath Thiele, bat, mit der Versicherung, eine Caution sofort baar zu bestellen, die Trauung zu erlauben. Allein ohnerachtet deßen wurde mir dieses abgeschlagen, jedoch ließ ich mich in Gegenwart des Rabiners daselbst, meines Schwagers Doctor Levi und meiner Schwester von dem Justitz-Rath Wangelin ad

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