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Im deutschen Reich · 1895-10-01 · Heft 4 (Oktober 1895) · p. 164

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 4 (Oktober 1895)
Article
Eine Hochzeit mit Hindernissen
Date
1895-10-01
Page
164 (sequence 3)
Language
German
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164 Im deutschen Reich. CommissionS-Akten, welche der Justitz-Rath v. Wangelin zu Meseritz auf Veranlassung des Krieges- und Steuer-Raths Thiele verhandelt hat, de» mehrern zu ersehen geruhen werden, ist der Studiosus Medicinae Levi, aus Lublin gebürtig, ohne den erforderlichen Trauschein nachgesucht zu haben, weil er anfänglich gesonnen war, sich in Ramicz zu etabliren, und obgleich Commissarius loci denselben zuförderst deshalb gehörig belehrt, auch dem dasigen Rabiener besten Trauung untersagt hat, es mithin auch dem gelehrten Hirsch Lewin nicht unbekannt gewesen seyn konnte, doch von diesem mit der Jüdin Nanette Simon zu Meseritz getrauet morden. Ob und wie wegen dieser Heyraths-Contravention bey den obwaltenden Umständen der Levi so wie der Hirsch Lewin zu bestrafen sein werden, stellen wir lediglich der höhern Entscheidung Ew. Kgl. Maj. in tiefster Unterthänigkeit anheim; wir können indeßen nicht umhin in Absicht des Hirsch Lewin zu bemerken, daß es bloß den Rabinern bei, 50 Rih. Geldstrafe ohne Producirung des Trauscheins zu trauen verbothen und es also erforderlich seyn dürfte, da auch andere Juden Trauungen verrichten, diese Strafverfügungen auch auf andere als Rabiner zu extendiren. Anlangend den Levi, so ist es sehr zweifelhaft, ob ihn die geordnete und von dem p. Thiele bereits eingezogene Strafe von 50 Rth. trifft, da er bis jetzt noch als kein Südpreußischer Einwohner zu betrachten und jedem Fremden wol erlaubt sein muß, sich wo er will trauen zu lassen, und demselben bloß insofern etwas zur Last zu legen, als er intendirt, sich in Südpreußen niederzulaßen. Der Trauschein würde ihm übrigens wohl nicht entstanden*) seyn, da er als ein Artzt sich etabliren will und dergleichen Persohnen wohl eher in die Provinz zu ziehen, als davon zu entfernen sind. Anfangs Juli waren die trauscheinlosen Sünder noch immer ohne Bescheid. Da richtete der Bruder der jungen Frau, Dr. med. Simon in Posen, der bei der Affaire am meisten mit- ') Entstanden — entgangen.

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