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Im deutschen Reich · 1895-09-01 · Heft 3 (September 1895) · p. 131

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 3 (September 1895)
Article
Umschau
Date
1895-09-01
Page
131 (sequence 7)
Language
German
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Umschau. 131 ein jüdischer Kohlenring, gebildet von den Berliner Firmen Cäsar Wollheim und Emanuel Friedländer u. Co., die Verkaufspreise der Steinkohlen in Oberschlesien beliebig bestimme. Daraufhin erklärte die „Berl. Korresp.", daß von einem „Kohlenringe" der beiden Firmen, welche sich bei Verdingung größerer Kohlenlieferungen häufig in hartnäckigem Wettbewerbe gegenüberstehen, gar nicht gesprochen werden könne. Außer ihnen seien noch andere durchaus unabhängige Firmen beim Vertriebe oberschlesischer Kohlen thätig; ferner brächten zahlreiche Gruben- 'verwultungen ihre Förderung ohne Vermittelung des Großhandels auf den Markt. Zu diesen gehöre der größte Steinkohlenproduzent Oberschlesiens, der Bergfiskus, welcher 1894 nur 30 pCt. seiner Förderung durch Händler abgesetzt hat. Die Betheiligung der Firmen Cäsar Wollheim und Emanuel Friedländer u. Co. an dem Absätze der oberschlesischen Kohlen reiche keineswegs hin, um ihnen die Beherrschung der Preise zu ermöglichen. — Wie hierbei die „Kreuzzeitung" durch die „Berl. Korr.", so wurde das „Organ des Bundes der Landwirthe" durch die „Nordd. Allg. Ztg." zurechtgewiesen, als das Agrarierblatt das von den Antisemiten weiter verwerthete Märchen auftischte, die Regierung habe der Firma Cohn und Rosenberg drei Millionen Zoll gestundet und dadurch dieser Firma eine großartige Baisse-Spekulation ermöglicht, durch welche der Getreidepreis wesentlich herabgedrückt worden sein sollte. In dein leider etwas spät erschienenen offiziösen Artikel wurde gesagt: „Es ist eine neue und ungehörige Erscheinung, wenn Herr v. Plötz „einen Sturm der Entrüstung durch's Land gehen" läßt, „in der — Befürchtung, daß sich die Kunde bewahrheitet, daß die Firma Cohn und Rosenberg, durch die Gewährung großartiger Zollkredite unterstützt, ihre Börsenmanipulationen vorgenommen habe!" Einen Sturm der Entrüstung basiren gewissenhafte Leute doch nur auf Thatsachen, die ihnen als solche genau bekannt. Herr v. Plötz aber verwerthet, was er ausgesprochenermahen nicht sicher weiß, was auch für ihn nur eine „Befürchtung" bildet, in seinen Ausführungen alsbald zu der positiven Anklage an die Adresse der Regierung .... Wo bleiben bei einem solchen Kampfvcrfahren gegenüber der Regierung die konservativen Grundsatzes" Vor der 140. Abteilung des Berliner Schöffengerichts gelangte am 13. Juli ein B e l e i d i g u n g s p r o z e ß zur Verhandlung, welchen der ehemalige Vertreter der „Bürgerpartei" in der Stadtverordnetenschaft, Oberlehrer Dr. Heutig, gegen den Kaufmann Reinhold Gehrke angestrengt hatte, weil dieser seinen Austritt aus dem „konservativen Verein Moabit" durch den Hinweis auf eine schriftliche Selbstbezichtigung Dr. Hentig's begründete. Der Beklagte wurde kostenlos freigesprochen, wobei der Vor-

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