Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 3 (September 1895)
- Article
- Deutsche und Juden
- Date
- 1895-09-01
- Page
- 119 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Deutsche und Juden. IIS polnische Städtewesen, und das Ende ist die fast waffenlose Vernichtung des polnischen Reiches. Und der Deutsche der Jetztzeit — hat man ihm die Einheit und Größe des Reiches gegönnt? Man braucht gar nicht Paris zu nennen, um von Deutschenhaß zu reden. Blicken wir auf die Kämpfe, welche das Deutschthum in Oesterreich zu bestehen hat; betrachten wir die Zähigkeit, mit welcher in Belgien die Vlämen um ihr Recht streiten; beobachten wir die in den russischen Ostseeprovinzen sich kundgebenden Bestrebungen, das Deutschthum zu vernichten! In Rußland werden die deutschen Ranien der Minister und Generäle neuerdings immer seltener, die Vergewaltigungen deutscher Pfarrer und Universitätslehrer immer häufiger. Wir tragen kein Bedenken, derartige Dinge anzuführen, weil wir daran festhalten, daß gehaßt zu werden, keine Schande ist! Gerade der Deutsche muß auf Grund geschichtlicher Thatsachen zu dem Schluffe gelangen, daß die Meistbeneideten, die Meistgehaßten nicht die Schlechtesten sind. Wer durch Thatkraft und Zähigkeit sich überall eine Stellung erringt, zieht sich Neider und Verfolger zu. Wir kommen zu dem Vorwurfe, der jüdische Geist sei vorzugsweise zersetzend; der Jude sei ein Grübler und Nörgler, dem in Folge dieses wühlerischen Dranges Nichts heilig sei. Er greife gern zu Berufen, die besonders Denken erfordern, aber weit von körperlicher Thätigkeit abführen. Hiergegen können wir auf die vielfachen Belege verweisen, welche für die Wcrthschätznng der Arbeit aus dem jüdischen Schriftthnme gesammelt sind, ferner auf den nachweislich sehr großen Antheil, den z. B. die östlichen Juden an allen Beschäftigungsarten nehmen, schließlich auf die vielfachen Bestrebungen der deutschen Juden zur Verbreitung des Handwerks und des Ackerbaues. Dian darf aber auch die Hindernisse nicht unterschützen, welche dabei den Juden entgegenstehen und für die größere oder geringere Zahl der jüdischen Handwerker an einzelnen Orten maßgebend sind. Es läßt sich nicht in Abrede stellen, daß der Jude, wo er es kann, gern durch seinen Geist wirkt. Aber ist das nicht bei allen Menschen der Fall? Wer wird es vorziehen, Steine zu klopfen, wenn er sich befähigt glaubt, sich den höheren Berufsarten zu widmen? Der Jude, welchem so viele Bernfsarten grundsätzlich verschlossen werden, muß schon aus diesem Grunde den