Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 3 (September 1895)
- Article
- Deutsche und Juden
- Date
- 1895-09-01
- Page
- 116 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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116 Im deutschen Reich. Empfindung für das einfach Schöne und Wahre. Du kannst Deiner Vergangenheit, Deiner Abstammung, Deinem Körperbau gemäß unsere Kunst und unsere Wissenschaft überhaupt nicht innerlich Mitempfinden!"" Denken wir uns diese Anschauungen auf die Berufsarten des Lebens übertragen — was ist einfacher als die Folgerung, daß der Jude nicht mit Ehre den Degen zu tragen verstehe, daß der Talar des Richters ihm nicht zu Theil werden dürfe? Wären dies Hassesrufe niederer Volkshaufen, dann dürften wir auf ihr allmähliches Verhallen hoffen. Was aber in Gestalt der Wiffenschaft erscheint, muß gründlich und immer von Neuem widerlegt werden, ehe es sich überlebt und keinen Schaden mehr erzeugt. Müffen wir die Macht des wissenschaftlichen Gedankens hier anerkennen, wo er schädlich wirkt, so müssen wir auch die Nothwendigkeit fühlen, gegen diese Wirkung ebenfalls wissenschaftliche Waffen anzuwenden. Dabei gilt es, Thatsachen gegen Thatsachen zu halten, zuzugeben, was wir richtig finden, auszusprechen, was wir mit Fug und Recht behaupten dürfen, und uns unentwegt auf dem Gebiete der Völkerwiffenschaft mit der gegnerischen Seite zu messen. Dabei ist schon das Streben ein Erfolg, denn dadurch wird der Kampf mehr und mehr auf einen höheren Standpunkt geführt, wo die Leidenschaft nothwendig erlischt. Wird es auch nicht gelingen, zu überzeugen, wo der Gegner nicht überzeugt werden will, so fehlt es doch auch im Feindeslager nicht an solchen, die im guten Glauben handeln und eine falsche Ueberzeugung gern mit der befferen vertauschen. Unter den Zügen der Juden, welche ihn nach Angabe der Gegner dauernd von dem Arier, besonders von dem Germanen trennen, wird stets die Unstetigkeit erwähnt. Der Jude, sagt man, ist nicht seßhaft, nicht an die Scholle gebunden. Wenn er sein Glück nicht hier findet, sucht er anderswo Wohnort und Heimath. Ist er nun seinem inneren Wesen nach ein Nomade, so kann er keine Liebe zu einem Vaterlande haben; er wird nur dessen beste Kräfte an sich ziehen, um das abgeweidete Land mit einem anderen, fetteren Boden zu vertauschen. Wenn wir die Wahrheit dieser ungeheuerlichen Sätze anerkennen müßten,' so wäre immerhin erst noch der Nachweis nöthig, daß dem Menschengeschlechte der Wandertrieb weniger genützt habe, als das Hasten an der Scholle. Wie kommt