Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 3 (September 1895)
- Article
- Zum 2. September
- Date
- 1895-09-01
- Page
- 103 (sequence 7)
- Language
- German
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Zum 2. September. 103 sammengehörtgkeit, mit anderen Worten ein gesunder Patriotismus. ES gab eine Zeit, in der der Deutsche kleinlaut seinen Namen nannte und alles Fremde als das Höchste pries; aus dem Patrioten wurde unvermerkt der Kosmopolit, aus dem sich fühlen» den Staatsbürger der sich verlierende Weltbürger. Das ist nun allerdings anders geworden, aber noch nicht in dem vollen Maße, wie es uns ziemt. Wir sind noch immer geneigt, uns von uns selber zu entfernen und durch das Fremde das Eigenthümliche zu verdrängen. Und wahrlich, es dürfte uns nicht schwer fallen, unseren Patriotismus in seiner vollsten Innigkeit zu bewahren. Wir haben eine herrliche Säule, die uns den einigenden Mittelpunkt bietet. Im Kaiser sehen wir den verkörperten Patriotismus, der erhaben waltet über allen Parteien: aus jeder engherzigen Parteisucht können wir aufblicken zu Ihm, als den: einigenden Gipfel, der das ganze Reich treuherzig und liebevoll beherrscht. Ein Land, das solche Männer zu Führern hat, muß uns mit warmer Begeisterung erfüllen, ein Land, desien Kaiser nicht blos Feldherr, sondern auch Landesvater ist, das müssen wir lieben, ein Land, dessen oberster Leiter der erste Diener des Staates ist, muß uns zur Nacheiferung, zu freudigem Patriotismus anfeuern. Ausgestattet mit allen häuslichen, bürgerlichen und staatsbürgerlichen Tugenden steht vor uns die hoheitsvolle Erscheinung des ersten Kaisers des auferstandenen Reiches, unermüdlich und opferfreudig dem Wohl des Vaterlandes sich hingebend. Und gegen diese Erscheinung, welcher bei Sedan der frevelmüthige französische Kaiser das treulose Schwert ausliefern mußte, gegen diese Erscheinung ist die treulose Mordwaffe gerichtet worden! Es zittert noch die Empörung in uns nach, wenn wir der scheußlichen Geschöpfe gedenken, aber preisen wir heute den gütigen Vater droben, daß er seinen Gesalbten in so wunderbarer Weise bis hierher geleitet, aus allen Uebeln ihn befreiet, aus dem Verderben erlöst hat seine Seele, der mit Glück sättigt sein Alter, daß sich erneue gleich dem Adler seine Kraft: stimmen wir Gott ein Loblied an, daß er den heutigen Tag nicht mit einem Trauerschleier umwoben, sondern zu einem doppelten Festtag gestaltet hat. Wir bezeichneten als unser Ziel: nationale Wohlfahrt, Freiheit und Gesittung, als Mittel und Wege, um dahin zu ge-