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Im deutschen Reich · 1895-09-01 · Heft 3 (September 1895) · p. 104

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 3 (September 1895)
Article
Zum 2. September
Date
1895-09-01
Page
104 (sequence 8)
Language
German
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104 Im deutschen Reich. langen: die innere Einigung und einen gesunden Patriotismus; wir nennen als Letztes, welches die Beiden vermittelt — den deutschen Idealismus. Dieser macht unseres Volkes ureigenste« Wesen aus. Unser Idealismus entfaltet fich nicht blos im Liede, im Worte, sondern auch in der Thal. Du sollst, denn Du kannst! Handle so, daß die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne — dieser kategorische Imperativ ist ein echt deutsches Wort. Auf das Allgemeine und Umfassende gehend, beginnt er doch mit der Pflichterfüllung des Einzelnen innerhalb seines bestimmten Kreises. Wenn die Rose selbst sich schmückt, schmückt sie auch den Garten; wenn der Bürger zur Einigung seines Vaterlandes beiträgt, so übt er damit auch eine allgemein menschliche Tugend: wenn der Bürger ein treuer Patriot ist und sich nicht zum haltlosen Weltbürger verflüchtigt, so wird er ein sicheres Glied in der Kette der ganzen menschlichen Gesellschaft. Ja, wir sind ein ideales Volk, aber nicht ein sich selbst aufgebendeS, sondern ein nach dem Höchsten strebendes! Wenn wir auch wisien: Das Rechte, das Gute führt ewig Streit- Nie wird der Feind ihm erliegen, so streben wir doch nach dem „ewigen Frieden" unter den Menschen, die Alle Kinder sind Eines Vaters, da suchen wir doch die Völker einander zu nähern und ihren Wetteifer zu entflammen in den Werken des Friedens; wir streben mit der Macht der Idee, welche die Welt und das Leben umfaßt und in den erhabensten Zügen und Gesetzen hinstellt, wir suchen den ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht, wir flüchten uns aus dem Alltäglichen und Gemeinen in das Reich des Schönen und Wahren. Es ist nicht draußen, — da sucht es der Thor, — Es ist in Dir, Du bringst es ewig hervor. Ja, in Dir mußt Du suchen und finden die Kraft des Vaterlandes, mit Dir mußt Du beginnen, um Dein Vaterland zu heben und es zu Ehren zu bringen. Nicht die Selbstsucht und das Haschen nach Aeußerlichkeiten, nicht die rohe, gemeine Sinnlichkeit, nicht der engherzige, krasie Materialismus — es ist die hohe, majestätische Idee, die alle unsere Triebe, Wünsche und Be«

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