Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 2 (August 1895)
- Article
- Henriette Herz, Bettina v. Arnim, Charlotte Stieglitz
- Date
- 1895-08-01
- Page
- 79 (sequence 9)
- Language
- German
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Henriette Herz, Bettina v. Arnim, Charlotte Stieglitz. 79 betrüge, machte er Ausflüchte. Als dann von der Verlagshandlung nach längeren Auseinandersetzungen erklärt wurde, sie würde diesen Verlust mit anderen tragen, entschloß er sich endlich, im August 1841 die unterdeß aus 276 fl. herabgeminderte Schuld zu tilgen. Gleichzeitig mit der Zahlung sandte Stieglitz an Veit einen Abschiedsbrief, der so lautet: „Als ich alle Verhandlungen betreffs des Mundt'schen Denkmals von Deiner Persönlichkeit ab auf die Verlagshandlung hinleitete, da geschah dies in dem aufrichtigen Wunsche, uns Beide als Personen fernzuhalten von dem Unangenehmen dieser im Verlauf des Geschäftlichen so bedauerlich verwickelt gewordenen Angelegenheit und hiermit alles Störende von einer innigeren persönlichen Wiederannäherung hinwegzunehmen. Du hast es anders gewollt. Nachdem auf mein aus innerster Seele zu Dir gesprochenes Schlußwort vom 29. März 1840 von Deiner Seite nichts weiter folgt, als ein mit eigner Hand geschriebener kalter Abrechnungsbrief habe ich Dir weiter nichts zu sagen als ein herzliches Lebewohl." Auch Charlottens ebengenannter Biograph Th. Mundt stand nur kürzere Zeit mit Veit in Verbindung. Seine Bekanntschaft mit Veit wurde wohl durch Stieglitz vermittelt, aber sie wurde nicht einmal so eng, wie die des Vermittlers. Schon 1833 gab es zwischen Beiden literarische Beziehungen; an die Anknüpfung reihte sich aber nur zu bald die Entfremdung. Denn als Mundt das erste Heft seines „Literarischen Zodiakus, Journal für Zeit und Leben, Wiffenschaft und Kunst" herausgab, nahm er in seine „Unterhaltungen in Prag", ein Bruchstück seiner „Madonna, Unterhaltungen mit einer Heiligen", einen ganz bitterbösen, eigentlich durch nichts motivirten Ausfall gegen Veit auf. (Heft 1 S. 43.)*) Dieses Heft, obwohl es im Januar 1835 erschien, war naä, einer brieflichen Versicherung Mündts (an Veit) schon im Dezember zur Versendung bereit. Denn nach dem grausen Ereigniß jenes Dezembers, dem Selbstmord der Charlotte Stieglitz, hätte Mundt schwerlich derartiges *) Er beginnt mit den Worten: »Da sehe ich auch einen wohlbeleibten Jüngling, ich sehe ihn starkglänzend, der wird sich auch hinsetzen und wird schreiben über den Simonismus, den er nicht versteht." Und so geht es noch eine Weile fort, immer mit dem Refrain: »Den (die das) er nicht versteht."