Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 2 (August 1895)
- Article
- Henriette Herz, Bettina v. Arnim, Charlotte Stieglitz
- Date
- 1895-08-01
- Page
- 80 (sequence 10)
- Language
- German
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80 Im deutschen Reich. gegen Veit geschrieben. Dies Ereigniß (vgl. oben) führte beide Männer wieder zusammen. Freilich gab es auch hier Differenzen. Mundt nahm an, daß Veit sich zum Verlag erboten habe, während dieser auf Stieglitz' Bitten nur, wie wir sahen, zum Kommissionsdebit bereit war. Daß Veit überhaupt, nach der ihm angethanen Kränkung, zu einem selbst geschäftlichen Verkehr mit Mundt sich geneigt zeigte, ist ein Beweis seiner überaus friedfertigen Gesinnung. Freilich hatte Mundt versprochen, die fragliche Stelle in dem Buche, aus dem jener Auszug nur eine Probe war, zu streichen. Aber Veit that noch mehr. Er gab in dieselbe Zeitschrift, die ihn angegriffen hatte, einen Beitrag: „Hinblick auf die Emancipation des Familienlebens" (Zodiakus II. 181—190). Auch an anderen Unternehmungen des betriebsamen Journalisten betheiligte er sich. Den „Zeitlosen" steuerte er eine ziemliche Anzahl Gedichte bei, die auch in einem Separatdruck erschienen; in Mundt's „Freihafen" veröffentlichte er die Anregung eines Wissenschaftsvereins, der die Männer der Wiffenschaft korporativ wie die Buchhändler zusammenschließen sollte. Auch Mundt ließ es an Anknüpfungen nicht fehlen. Er bot dem Berliner Verleger seine „Kunst der deutschen Prosa" und den von ihm in Gemeinschaft mit Varnhagen von Ense herausgegebenen Nachlaß Knebels an. Beide fanden jedoch in Veits Augen keine Gnade. Indessen entschloß sich dieser, die Zeitschrift oder das Sammelwerk „Die Diosknren" in Verlag zu nehmen, lieber diese Zeitschrift selbst, ihren Inhalt und die Censurschwierigkeiten, denen sie zu begegnen hatte, darf ich wohl auf „Berlins geistiges Leben" II. 569 ff. verweisen, wo Briefe Mündts und Stägemanns an Veit bereits benutzt sind. Zur Ergänzung soll nur darauf hingewiesen werden, daß gerade die Dedikatiou an Varnhagen von der Censur besonders schlimm behandelt wurde. Mundt schrieb (6. 7. 36) „Endlich ist das Eis gebrochen. Aber die Dedikation hat sich doch nur in einer sehr trümmerhaften Gestalt flott gemacht. Wenn ich dieselbe mit ihrer ursprünglichen Fassung vergleiche, fehlt sehr Wesentliches." Ludwig Geiger.