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Im deutschen Reich · 1895-07-01 · Heft 1 (Juli 1895) · p. 22

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
1 (1895)
Issue
Heft 1 (Juli 1895)
Article
Aus Moritz Veits Leben
Date
1895-07-01
Page
22 (sequence 6)
Language
German
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22 deutschen Reich. Gelegenheitsgedicht: ernste Huldigungen an bedeutende Männer, scherzhafte Anreden an seine Frau, Freunde und Freundinnen, sinnige Widmungen zu Geschenken, zu denen er gern seines Lieblingsdichters Schesers „Laienbrevier" verwandte. Außer einer kleinen ganz verschollenen Sammlung Gedichte (1838) und einem gleichfalls nicht umfangreichen Hefte „Polenlieder", deffen Verlag Brockhaus wiederum, diesmal aus politischen Gründen ablehnte (sie erschienen dann bei Hoffmann u. Comp, in Hamburg), ließ Beit keine selbstständige Gedichtsammlung erscheinen. Aber noch als Student — denn es war ihm eine lange Zeit der Ausbildung, 8 Jahre, 1825—1833, gegönnt, ehe er den ersten Abschluß, den Doktorgrad erlangte und sich zu einem Berufe, freilich keinem gelehrten, sondern dem Buchhandel entschloß — vereinigte er sehr viele zeitgenössische Berliner und auswärtige Dichter zu dem Berliner Musenalmanache (2 Bände, Berlin 1830 und 1831). Der erstere erschien bei G. Finke, der letztere in der Vereins-Buchhandlung (Gubitz), bei dem einen war Veit, Werder, Stieglitz, bei dem andern er allein Redakteur. Dann gab Veit ihn auf, theils weil bei G. Reimer ein neuer erschien, theils weil, wie er schrieb „das Publikum durch den Krieg und die Cholera zerstreuter als je ist und am wenigsten Lieder lesen will, der Buchhändler gar saure Gesichter inachte und, was das Schlimmste ist, mit der Censur wäre in diesem Jahre kein Auskommen gewesen." Manche dieser Gründe mochten zutressen; das Entscheidende war wohl, daß Veit nicht weiter gesonnen war, die Kosten zu zahlen. Die Honorare — Ehamisso und L. Schefer bekamen sicher ein solches — wurden von chm bezahlt. Von den 475 Exemplaren des zweiten Almanachs wurden nur 115 verkauft; die Nachzahlung, die Veit dem Buchdrucker, der zugleich Commissionär war, zu leisten hatte, betrug etwa 130 Thaler. Dazu hatte Veit die gesammte Eorrespondenz zu führen, auch für Kritiken zu sorgen. Diese seine Bemühung war ziemlich umsonst: der Almanach wurde außer in einer kleinen parodistischen Schrift von K. Halling fast gar nicht besprochen. Selbst Deinhardstein ging auf Veit's Ansinnen nicht ein; am 10. März 1831 lehnte er es ab, eine Besprechung des Almanach's in den „Wiener Jahrbüchern" zu bringen, da diese Derartiges nicht recensirten. Die Correspondenz für den Almanach für 1831 hat sich vollständig erhalten. Von auswärtigen Dichtern

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