Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 1 (Juli 1895)
- Article
- Aus Moritz Veits Leben
- Date
- 1895-07-01
- Page
- 21 (sequence 5)
- Language
- German
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Aus Moritz Veits Leben. 21 literarischen Blätter unter die Mitglieder des Freundeskreises — Veit selbst sollte im „Conversationsblatt" für sich zeugen —; thäten Alle, so meint er, ihre Pflicht, so würde der „Freimüthige" nichts ausricbten können. (Ihm, so altersschwach er auch damals schon war, war noch immer das Amt des Begeiferers verblieben.) Dieser Plan konnte indessen nicht ausgesührt werden, da das Drama „Die Zerstörung von Corinth, Trauerspiel in 5 Akten", nicht gedruckt wurde, nachdem Brockhaus den Verlag abgelehnt hatte. Veit sandte es gleichzeitig an den Grafen Brühl, an die Direktionen des Leipziger und Hamburger Theaters. Von dem Grafen hat er eine sehr freundlicheAblehnung erhalten(20.Mai 1828), in welchem dem Verfasser das Prädikat eines echten Dichters zuerkannt, der Tragödie selbst aber wirklich'dramatisches Leben abgesprochcn wird. Veit dankte, wie aus dem Eonccpt zu ersehen ist, gleichfalls sehr artig und versprach sich von einem kleineren ziveiaktigcn Stück, das ich übrigens nicht Nachweisen kann, bessern Erfolg, doch blieb auch dieser aus. Veit war einsichtig genug, nur die Grenzen seines Talents zu erkennen. Der Mißerfolg seiner ersten dramatischen Arbeit entfernte ihn zeitlebens von der Bühne. Aber sie entfremdete ihn nicht der Dichtkunst. Vielmehr blieb er der Lyrik treu. Blehrenpfennig hat in der zweiten Ausgabe seines Nekrologs aus Veit (Berlin iB7u) eine Auswahl der Gedichte, selbst aus dein Nachlasse veröffentlicht. Eine Eharaktcristik der Dichtungen, namentlich der aus der Jugendzeit, habe ich anderwärts (Berlins geistiges Leben II, S. 441 fg., 5,47) zu geben versucht. Am verbreitetsten dürften die Beiträge sein, die Veit den „Stimmen vom Jordan und Euphrat. Ein Blich für'S Hauö. Von Mich. Sachs. Berlin 185,3. 2. Ausg. mit einer Vorrede von M. Lazarus 1808" beigab. Gerade sie sind deswegen wichtig, weil sie zwei Gebiete bezeichnen, auf dem Veit sich mit entschiedenem Eifer und Erfolg bewegte: einerseits das der Spruchdichtung und Gedankenlyrik, andererseits das der Nachdichtung orientalischer, speziell jüdischer Erzählungen und Legenden. Zu der erstcren befähigte ihn sein ernster Siiln, seine philosophische, durch Hegel bestimmte Ausbildung; zu der letzteren seine innige Frömmigkeit, die ihm die Sagen der 'Vorzeit und die Erzählungen seiner Glaubensgenossen in poetischem Schimmer erglänzeil ließ. Neben solchen poetischen Arbeiten gelang ihnl das