Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 1 (1895)
- Issue
- Heft 1 (Juli 1895)
- Article
- Aus Moritz Veits Leben
- Date
- 1895-07-01
- Page
- 20 (sequence 4)
- Language
- German
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20 3m deutschen ^eich. der „so sehr liebenswürdige" Moritz Veit genannt, der damals Maximilian Heine's Nachbar in den Kollegien Hegel's war. Unter den Mitgliedern dieses Kreises waren gewiß M. Moser und D. Leßmann die bedeutendsten. Da beide in Berlin dauernd verweilten, so bedurfte es zwischen ihnen und Veit keines brieflichen Verkehrs. Daher haben sich von beiden nur Billets erhalten, die auf kleine Vorkommnisse des Tages Hinweisen und einen ziemlichen Grad der Intimität bekunden. Beide waren bedeutend älter als Veit und beide starben verhältnismäßig jung. M. Veit, der lleberlebende, ehrte beider Andenken. Das ausführliche Denkmal freilich, das er beiden zu setzen gedachte, kam nicht zu Stande. Doch schrieb er über Moser (183!») einen kurzen Nekrolog, wie er cö einige Jahre früher (1832) über Lazarus Bcndavid gethan hatte. Ten 'Nachlaß des Elfteren suchte er vergeblich zu erlangen; aus dem sehr verwahrlosten, nur zum geringsten Theil erhaltenen Nachlasse dco Letzteren sind Fragmente in die Hinterlassenschaft von M. Veit und L. Ziinz (auch dieser in Berlin verwahrt) übergegaugeu. lieber Leßmann hat sich eine sehr eigenartige Arbeit Vcit's erhalten, die seinen pietätvollen Sinn schön bekundet. (Von mir veröffentlicht in der Voss. Ztg., L-l. Jan. iH'.).r>, 1. Beil.) (io ist eine Denkschrift, durch die V., der ebenso wie seine Berliner /freunde an des ehemaligen Genossen Selbstmord nicht glauben konnte, eine Untersuchung gegen die angeblichen Mörder anregen wollte. Mar er nun auch in diesen Vermnthungen auf falscher Fährte — denn gciviß hat ein Selbstmord, vielleicht in einem augenblicklichen Wahnsinnoanfall slaltgesunden — so gab er in seiner Denkschrift eine so vortreffliche, liebevoll ins Einzelne gehende, mit vielen, bisher unbekannten Zügen ansgestattete Eharaktcristik Lesmlann's, daß dieses Lebensbild als ein schönes Denkmal des jungen Autors gelten kann. Unter den wenigen Billeten Leßmanu's befindet sich eines (1827), in dem der Schreiber sich und seinen Freund Moser entschuldigt, daß er an einem Donnerstag Abend, an dem Beit eine Tragödie vorlescn werde, dieser Vorlesung nicht beiwohnen könne und ihre VUederholnng erbittet. Moser, so berichtet er, sei erstaunt gewesen, daß es sich um eine Veit'sche, nicht um ein Delavignc'sche Tragödie handle. Für sich verspricht er, das Stück nlit einer Vorrede ehrenvoll beim Publikum einznführen, vertheilt die tonangebenden