Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 6 H. (1809)
- Article
- Allerlei
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 426 (sequence 2)
- Language
- German
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gicbt, die nickt etwas angenehmes hatte; so strahlt die Erinnerung sie schöner und reiner zurück, indem sic das Angenehme— mit Ausschließung, oder doch wenigstens mit Milderung alles Traurigen — heraushebt, und ihm ihre eigcnthümlichc Idealität verleiht. — Gemeine Liebe zieht der Genuß zu sich herab; die er» habne zieht den Genuß zu sich hinauf. Viele Menschen empfinden mit dem Verstände: nur wenige denken mit dem Herzen. Cs, wie manche Großen die Vcrrächcrei lieben, den Verrather ־ aber verachten; so liebt das kluge Weib des Mannes Schwache, niemals aber den Schwachen. ’ Die lieblichen Bilder des Lebens werden uns nur dann sichtbar, wenn keine finstre Wirklichkeit auf unsre An» fchauung wirkt. Es ist damit, wie mit einer Glasscheibe, Sie.uns den Himmel nur so lange zurückspiegelt, bis wir einen dunkeln Körper dahinter halten. Als ich heute früh meinen Burschen zu dem kranke» Hrn. N.. schickte, uln zu hören, wie dieser die Nacht ge« ruhet habe? fragte der Bursche ganz einfältig zurück r Soll ich Antwort bringen? — Diese Naivität wen die beißendste Satire, welche Einfalt auf Konvcnienz machen konnte. Wir irren, wen» wir die untilgbare Disharmonie mancher Menschen, besonders mancher Eheleute in den . Auffallenheiren Leider Charaktere suchen. Sie liegt viel« mehr in den unmerklichsten Nuancen beyder. Jene sind Saiten, welche hoch liegen. Man kann sic, wenn es da«