Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 6 H. (1809)
- Article
- Patriotische Gedanken und Wünsche
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 419 (sequence 7)
- Language
- German
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durfte; denn, wenn erst alle Rcligionslehrer (Rabbincu) nächst der Theolog e auch andere Wissenschaften werden studirt haben, daim, ja dann erst wird eine wohlrhätigr Reformation unter uns gehörig ja Stande kommen. Daß die Wissenschaften übrigens nicht nur einen relativen Werth in Hinsicht der Religion, sondern ihren absoluten Werth haben, bedarf wohl kaum einer Erwähnung; nur muß ich hierbei zwei Sachen bemerken. — Erstens, daß man dafür ernstlich Sorge tragen müsse; jedes Genie unter uns zu seiner hohen Bestimmung gelangen;u lassen. Es ist Sünde der wohltharigcn Füh» rcrin des Menschen, der sanften Mutter Natur entgegen zu handeln, und thöricht ist cs vor uns, die Absichten unseres guten Genius zu vereiteln; denn nur die hervorragenden Männer sind es, die unser Wohl mächtig bcför» dem, und uns Ehre bringen können. Wie mancher plastische Geist wurde bei uns nicht unterdrückt! Wie manche edle Frucht wurde nicht schon im Keime ersticke! Wie manche Knospe, die sich zur Zierde der Menschheit entfalten sollte, wurde nicht durch Stürme gewaltsam entblättert! Dem individuellen Genie unserer Nation gieng es bisjetz^ wie es unserer Nation im Allgemeinen ging. Diese zeichnete sich in ihrer Kindheit vor allen andern Nationen aus. Wahrend die Alten die unlautersten, unsinnigsten, und abgeschmacktesten Begriffe von ihren Göttern hegten, erfüllte uns schon ein einziges Wesen die ganze Welt mit seiner Herrlichkeit. Aber was geschah? Die Griechen und Römer wurden mit der ZcitMänncr, und wir— sind Kind»' Zweitens, unsere Jünglinge, die sich den Wissmschäften und Künsten widmen, müssen sich nicht mit eto»