Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 6 H. (1809)
- Article
- Patriotische Gedanken und Wünsche
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 420 (sequence 8)
- Language
- German
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flächlicher Dulwisserei begnügen, sondern jeder nach seinen Anlagen müsse sich in einem Fache besonders hervorzuthun, und wo möglich Theorie mit Praxis zu verbinden suchen. Don solchen Männern heißt cs mit Recht: die Weisheit ernährt den Mann; von jenen aber: die Gelehrsamkeit ist brotlos — die Kunst geht nach Drod. — Der Baum des Erkenntnisses ist übrigens größer als man sich gewöhnlich vorsicllk, und mehr als man gewöhnlich glaubt, können in seinem wohltharigen Scharren leben. Der Philosoph, Mathematiker, Physiker, Chemiker, Mechaniker, Hydrauliker, Optiker, Feldmesser, Ingenieur, Architekt, Tonkünsilcr, Maler, Bildhauer u. s. w. findet überall, wenn er cs nur zu einem gewissen Grade von Dollkommenheit gebracht hat, ein ehrenvolles Auskommen, und macht oft sogar sein Glück. Der vollendete Gelehrte, der ausgelernte Künstler, liebt übcrdicß seine Wissenschaft oder Kunst zu sehr, als , daß (wenn die Bildung des Herzens bei ihm nicht ganz vcrnachlaßigr wurde) heftige Begierden in ihm so leicht aufteimen sollten; er lebt in der Regel ganz seiner Lieblingsmuse, sic ist die Königin seines Herzens, und verdunkelt bei ihm alle verführet >schen Reize der äußern Glücksgütcr.—> Solche Männer nun, deren Vorsiellungsvermögcn erweitert, deren Begchrungsvermögcn gemildert, und deren Scfühlsvermögcn verfeinert ist, entsprechen der hohen Bestimmung der Menschheit, und gelangen zur Wahrheit, Tugend und Glückseligkeit! Hamburg im Januar 1809. : H. I. Damier.