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Sulamith · 1809-01-01 · 2 Bd. 6 H. (1809) · p. Seite 374

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Zweiter Jahrgang 1808-1809
Issue
2 Bd. 6 H. (1809)
Article
Auch ein Wort über die Frage: Ob die Menschen mit gleichen Anlagen geboren werden
Date
1809-01-01
Page
Seite 374 (sequence 10)
Language
German
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374 im Stande gewesen Ware, mit Erfolg dagegen anzukäm» pfcn.. Ich will damit nur so viel sagen, daß der Begriff von Zurechnung hier keine bestimmte Anwendung findet» oder daß es vielmehr dabei nicht darauf ankommt, ob ich eine völlige Gleichheit moralischer Anlagen annchme oder nicht. Es kommt wohl ziemlich auf eins hinaus, ob ich sage: die Natur hat in diesen Menschen Dispositionen zur Wollust, zum Neide» zum'Geize u. s. w. gelegt, oder ob ich sage: die ersten Umstande, unter denen dieser Mensch lebte, waren so beschaffen, daß stc Dispositionen der Art in ihm Hcrvorbringen mußten, ohne daß er cs hindern konnte, weil er damals schlechterdings nicht im Stande war» den von außen auf ihn gemachten Eindrücken cntgegen zu arbeiten. In beiden Fällen trifft der Vorwurf die Natur gleich stark, oder vielmehr, er trifft sie gar nicht. Eo wenig als sie in Absicht der geistigen Fähigkeiten lau» tcr Genies bilden wollte, eben so wenig wollte sie auch in Absicht des Moralischen lauter Engel erschaffen. Es lag einmal nicht in ihrem Plane, die Sterblichen zu lauter vollkommenen Wesen zu machen, das Dose und Gute, d. h. das weniger oder mehr Vollkommene sollte in dieser Klasse der Wesen gemischt ftyn. So wie sie in Absicht des Gei» siigen die Vernunftfahigkeit zum allgemeinen Charakter unseres Geschlechts machte, so gab sie in Absicht des Sittlichrn allen ohne Ausnahme das moralische Erundprincip» den innem Sinn für Recht und Unrecht. Diese sittliche Anlage ist allgemein, aber unendlich'modificirt findet man dieselbe bei den einzelnen Individuen. Der eine hat mehr Sinn für dieses, »er andere für jenes Güte» jener mehr Neigung zu diesem» dieser zu jenem Bösen. Ob dieß m-

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