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Sulamith · 1809-01-01 · 2 Bd. 6 H. (1809) · p. Seite 369

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Zweiter Jahrgang 1808-1809
Issue
2 Bd. 6 H. (1809)
Article
Auch ein Wort über die Frage: Ob die Menschen mit gleichen Anlagen geboren werden
Date
1809-01-01
Page
Seite 369 (sequence 5)
Language
German
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-6? —־-ד-י״ל. Anlage, jenes ist ganz unfähig für «tue höhere Ausbildung? Ist gar nichts in de« einzelnen Individuen Ergebenes» was diesen Erscheinungen zum Grunde liegt? Ware es denn wirklich der Zweck der Natur gewesen, alle Menschen voll» kommen gleich zu bilden? Und das mußte er doch gewe'en scn» , wenn sic Allen vollkommen gleiche Anlagen gegeben hatte. Angenommen also, daß sie diesen Zweck wirklich hatte, warum erreicht sie ihn nicht? warum traf sie nicht die gehörigen Mittel, die zu seiner Erreichung führen? Ja, was noch mehr ist, warum arbeitete sie gerade ihrem Zwe» cke entgegen und bewirkte durch den, Einfluß äußerer Umstände, diese unendlichen und äußerst großen Verschieden- Heiken? Oder sind die äußern Umstände nicht etwa auch ihr Werk? Gehören sie nicht mit in den allgemeinen Plan der göttlichen Vorsehung? Hangen sic im Geringsten von der Willknhr des Menschen ab? Kann das Kind dafür, daß es von armen, unwissenden Eltern geboren wurde, denen es schlechterdings an Einsicht und Mitteln fehlt, die Ausbildung desselben gehörig zu übernehmen? — Ich sehe wcnigsteirs nicht ein, wie alle diese Widersprüche gelöst werden sollen. Dagegen scheint es mir ein der Natur völlig würdiges Grundgesetz, wenn ich annehmc , daß cs ihr Zweck war, so viel Mannigfaltigkeit als möglich in die Reihe der Individuen einer jeden Gattung zu bringen und die Quali-. tat dcs Dascyns auf so verschiedene Art zu modifieiren, als es nur möglich war. Um diesen Zweck zu erreichen, durfte sic aber de» Menschen nicht bloß dem ^uMjqe« Wirken äußerer Umstände überlassen, sondern mußte schon durch "genthümlichc individuelle Anlagen dafür sorgen. Begeht ^die Natur dadurch gegen diesen oder jenen rillt Ungercchtig»

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