Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 6 H. (1809)
- Article
- Auch ein Wort über die Frage: Ob die Menschen mit gleichen Anlagen geboren werden
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 367 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2304627-2304649-2304651-10857277-2316048--02199-2316502- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
;?5 3 ״— - Anlage, Mensch, nicht Thier, nichtPflanze zu wer« den. Eie ist rhcils körperlich, thcils geistig und besteht in der erstem Beziehung in der Anlage zur Entwickiunz -cincs bestimmten Organismus, der mit dem der andern Eöugcthicrc sehr viel ähnliches, aber doch auch seine wr» stnrlich verschiedenen Merkmale hat, in der zweiten aber in der Anlage zur Dernunftfahigkeit, das Hauptmerkmal, wodurch sich der Mensch von allen andern lebendigen Ge« schöpfen seines Planeten unterscheidet. Diese beiden Aulagen sind offenbar bei allen Menschen ganz dieselben, denn sie sind noihwcndig mir dem Begriffe Mensch verbunden. Es fragt sich nun aber: ist die unendliche Menge von Mo» disicalioncn, welche sich bei der Entwicklung dieser Anlagen zeige» und wodurch die individuellen geistigen und körpcrli» chcn Eigenschaften jedes einzelnen Menschen entstehen, ist diese bloß Folge der verschiedcncn-Enttvicklungsart, bloß Wirkung des Einflusses äußerer Umstände, oder ist bei je« dem Individuum außer der allgemeinen Anlage, Mensch zu werden, noch eine besondere vorhanden, welche in Der» biudung mit äußern Umstanden gerade nur diese und keine andere Entwicklung vcrsiatket? Diese Frage ist eigentlich der Hauptpunkt, dessen Beantwortung gesucht wird, aber zu» gleich läßt sich auch leicht einfehcn, baß die Antwort darauf die Gränzen nnsers Wissens übersteigt, daß es unmöglich l scyn dürfte, sic völlig befriedigend und genugthucnd zu ge« v den, weil wir den Menschen nie als reine Anlage, sonder» | immer nur im Zustande der Entwicklung und unter dem | Einflüsse äußerer Umstände erblicken und beobachten können. Wollen wir uns bloß auf Wahrscheinlichkeit dabei einschrän» | km, so muß ich offen gestehen, daß es mir eben so wenig Dds