Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 5 H. (1809)
- Article
- Dänemark [Nachricht]
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2304627-2304649-2304651-10857268--02152-2316470- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
?;§ empfing, sondern weil es gewöhnlich in einem unvorcheil» haftcren Zustand lebte. Unterdrückt, verachtet, verkannt hatte es in seinem. Fortstrcben zu dem Bessern» stets mit den größten Hindernissen zu kämpfen. -Daß es unter so ungünstigen Verhältnissen, dennoch den Werth sowohl von Seiten des Verstandes als deS Herzens, den es jetzt hat, gehoben hat, beweiset deutlich, wie weit es sich unter gän« siigcrn, würde gehoben haben. — Sieh daher, mein christlicher Bruder! nicht mit Verachtung auf den Israeliten herab, als auf ein Wesen von geringerer Gattung. Du hattest zur Ausbildung Deines Geistes ungleich mehrere Gelegenheit und Hülssmittel. Hast Du, frage ich, um diese recht zu benutzen, es schon dahin gebracht» einen so großen Vorsprung gewonnen, daß Du nun in Versuchunzerächst , Dich selbst für ein Wese» höherer Art zu halten? Verachtest Du dennoch Deinen jüdischen Bruder , so wisse, daß Du dadurch Dich selbst beschämst und sehr thöricht handelst, daß Du Forderungen an ihn machst, die Du von ihm zu hören nicht wünschen möchtest. Außer Ursprung und Natur haben wir als Mensche» auch die Bestimmung gemeinschaftlich. Ein Ziel, ist uns, Christen und Juden, vorgesetzt; und um dieß zu erreichen, müssen wir einen und den nämlichen Weg betreten. Ja wir sind — das sagt uns unser eigenes Ee» -fähl-—bestimmt zur Tugend, und durch Tugend zur Glückseligkeit. Dieses hohen»Menschenberufs ist sich jeder von uns deutlich bewußt. Die Stimme des Gewissens in unscrm Busen, erinnert uns stets daran, wozu wir geschaffen sind. Wir haben das Verlange« nach