Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 4 H. (1809)
- Article
- Anzeige einer nächstens erscheinenden Übersetzung der meisten moralisch-philosophischen Stellen aus dem Talmud, unter dem Titel: Fragmente aus dem Talmud
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 260 (sequence 9)
- Language
- German
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T. Tarnt. Als Rabbi Nachmann den R. Isaak um seinen Segen bat, so b'ganndleftr also: Erschöpft Don der beschwerlichen Reift, von dem glühenden Brande d:r Sonne beinahe verzehrt, und nach einem Tropfen Wasser lechzend, sank einst in einer ungeheuren Wüste ein Pilger kraftlos hin. Schon verzweifelte er an jeder Hülfe, als sich plötzlich ein Daum, prangend mit den erquickendsten Früchten, Lurch ftharrigte Blatter zur Ruhe einladend, und von einem klaren Dachlein nmricftlt, seinen schon halb erstarrten Dlickm darsicllr. Er eilt hinzu-, -labt sich an den Früchten, erquickt sich durch einen Trunk, und ruht in seinem Schatten aus. Möge der Vergelter der Dinge dir lohnen, o herrlicher Daum! rief er hier entzückt; doch womit? du dem das schöne Loos schon beschiedcn, Unglückliche zu nähren und zu beschatten? Damit, daß auch dein: Sprößling: Verschmachtende wie du einst "laden mögen. — Was bliebe auch dir — fuhr der Rabbi fort — du Glücklicher, der du Weisheit mit Vermögen und irdischer Größe vereinst, noch zu wünschen übrig? — Nur daß nie dem herrlichen Stamme ein Sprößling entarte. T. Baba Metzia fol. 70. Es heißt in der Schrift (Sprw. 28.), das durch Zins und Wucher vergrößerte Vermögen wird endlich (dem D<- sitzer entrissen werden, und) einem wvhlthatigen Manne anheim fallen; dich erklärte Rabbi Nachman im Namen des R. H una von demjenigen, der Zinsen von einem Nichtjuden nimmt. Raba fragte denselben: Heißt es nicht m der Bibel: Bei Fremden sind die Zinsen erlaubt?