Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 4 H. (1809)
- Article
- Anzeige einer nächstens erscheinenden Übersetzung der meisten moralisch-philosophischen Stellen aus dem Talmud, unter dem Titel: Fragmente aus dem Talmud
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 7)
- Language
- German
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258 Krone des Glaubens Bescheidenheit. Tugend * *> Krone der Tugend — T. Cliesubot. In der Nachbarschaft des 2u U f b a wohnte ein Armer, dem der Rabbi einen Jahrgehalc von etwa 4QO Gulden crtheilte: einst da er ihm das Geld durch seinen Sohn geschickt hatte, kam dieser wieder damit zurück. O, rief er, du verschwendest deine Gute an einem Unwürdigen! ich traf den, der nicht crröthct, Geschenke anzunchmen, bei einer herrlichen Mahlzeit und köstlichem Weine zechend an. Ist der Unglückliche an einem selchen Ucberstusse gewöhnt? rief der Rabbi aus, bring' ihm geschwind das Doppelte der Summe! T. -Beracliot. fol. 5. In der Nachbarschaft des R. Meier wohnten einige Dösewichrcr, welche den Rabbi bei jeder Gelegenheit zu kränken suchten, und ihn endl.ich zu einer selchen Leidenschaftlichkeit verleitet hatten, daß er um ihren Tod beten wollte; aber seine Gemahlin Druria sagte ihm: Es heißt in der Schrift, die Sünde wird vertilgt von der Erde, scns, welches allein die Geheimnisse der Natur Zu enkbüllen vermag. *) Nur auf dem Boden des religiösen Gefühls — sagt Niemcycr (Grundsätze der Pädagogik 1. Tb:) — gedeiht das moralischc; denn nnrüebcrwindung seiner selbst verdient den glorreichen Namen der Tugend, nach dem trefflichen Ausspruche der Stoiker: -Die Tugend ist ein ewiger Kampf. (S. hierüber Kant'S Abhandlung über das radikale Böse.)