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Sulamith · 1809-01-01 · 2 Bd. 4 H. (1809) · p. Seite 245

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Zweiter Jahrgang 1808-1809
Issue
2 Bd. 4 H. (1809)
Article
Philosophie und Poesie - Erzieher des Menschengeschlechts
Date
1809-01-01
Page
Seite 245 (sequence 23)
Language
German
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*45 «iott unter dcn Menschen md)t die ־Hebe seyn. Religion ist daher kein Gegenstand des Unterrichts — wie mag auch den Menschen die Sehnsucht nach Gott, Unsterblichkeit gelehrt werden. — Will der Mensch nicht etwas Besseres, Hö« heres, als was das Leben giebt» beschrankt sich seine Thatigkeit bloß auf das, was ihm hienieden zu realisiren möglich ist: dann genügt ihm das Leben, und Religion wird für ihn, als bloßes Gedachtnißwerk, ein Unding seyn, sic wird sich auf den äußern Kultus beschranken. Welk» ^Schicksal, Unsterblichkeit, Gott rc. sind ihm unverstandliche Worte. Ich habe viel über den Einfluß deräsihe-i tischen Bildung auf das sittliche Gefühl gelesen, habe gelcftu, daß Bildung des Geschmacks zwar zu empfehlen sey, daß sie auch gewisierniaßcn zur sittlichen Veredlung des -Menschen beitrage u. s. w.; nur müsse ihr etwaniger vortheilhafter Einfluß ja nicht zu hoch angeschlagen werdenrc.; aber ich muß gestehen, daß die Ansichten dieser Herren Pädagogen größtentheils sich nicht einmal über das Eemeine erheben. Denn sonst würden sie nicht von Bildung des Geschmacks sprechen, als von einer Bildnng, die den Menschen etwa fähig mache, über ein paar Kunstwerke tammerlich zu raisonniren, und die Wörter: romantisch, erhaben, poetisch u. s. w. hinziiplärren. Weil ihnen die Begriffe Natur, Kunst, Schönheit rc. selbst nur ein Abrakatabra sind, weil sic nur größtentheils für das Schmeckbare Sinn haben; so sind sie beim dritten Worte beim Geschmack (ein abgeschmackteres Wort für ästhetische Bildung dürste wohl kaum gefunden werden), so schlagen sie die Bildung der Phantasie, die ihnen nichts weiter ist, als ein Vermögen, sinnliche Gegenstände

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