Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 4 H. (1809)
- Article
- Philosophie und Poesie - Erzieher des Menschengeschlechts
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 242 (sequence 20)
- Language
- German
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Glückseligkeit verliert de» selbstsüchtigen Charakter. Der eigne Sinn wird zuin eignen, d. i. freien Willen, der Mensch ordnet sich der Menschheit unter. Wollust und Liebe sind die beiden Scheidewege, an Lenen der Jüngling sicht, und auf die Erziehung wird cS anlommcn, welchen er gehen soll. Bei reinen Menschen, die vor dieser wichtigen Periode nicht vernachlaßigt wurden, ist die Tendenz des Ecschlcchtstricbcs die reinste und heiligste: nämlich Liebe. Liebe will keinen sinnlichen Genuß. Sie ist ein Abglanz der höchsten sittlichen Vollendung, sic ist der Moment, wo das Ideal der Menschcnbrust rcalisirt vor dem entzückten Sterblichen sieht; sic ist das Vorgefühl besten, was die menschliche Natur werden soll. Cie ist Las Bestreben, die Bande der Thierheit, des Instinkts abzuschütteln, und sich zum Gott zu erheben. Und nur darum ist sie von so kurzer Dauer, weil sie leine Frucht der Erde, sondern, eine Blüthe des Paradieses, ihre Wurzeln in einen scligcrn Boden schlagt. Die Revolution der menschlichen Natur beim Eintritte dieser Periode bezieht sich mehr auf den Geist als auf den Körper. Sinnlicher Genuß ist mithin ':incswcgcs Endzweck des Geschlechtstricbes und die Ehe kcincswegcs, wie einige von Epikurs Anhängern auf philosophischen Kathedern öffentlich zu bebauptcn die Frechheit hatten, eine Verbindung zwischen Mann und Weib cLtinotiouis honestae libiJinis causa. Um daher nicht ans diesen gcfahrlichcnAbwcg zu gerathcn, behandle der Erzieher seinen Zögling so, daß die physische Kraft nicht das Ucbcrgcwicht über die geistige erhalte, und mit der Gewalt des bewußtlosen Instinktes wirke. Wenn