Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 4 H. (1809)
- Article
- Philosophie und Poesie - Erzieher des Menschengeschlechts
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 241 (sequence 19)
- Language
- German
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--— 241 zu styn pflegt, wenn die Bildung des Geistes der körperlichen vorangecilt ist, und wen» Elrern und Erzieher dir vorhergehenden Triebe unzweckmäßig behandelten. Der Geschkcchrstricb ist der Trieb sein Geschlecht forcznvflanzen. Er ist gleichsam die Wurzel der ganzen geistigen Bildung. Der Mensch erwacht zum Sclbstbcwußtscyn, d. h., er wird sich nun bewußt seines cign:n Wesens, als eines Wesins, das durch sich selbst, durch seine eigene Freiheit» selbsitha« lig wirken soll. Hier scheiden sich Geist und Thier narür«!ich, daß nun alle Kräfte des Geistes in Wirksamkeit ge« sei;t werden niüsten. Hier wird die Tendenz seines Daftyns kosmopolitisch; denn nun hat cd» die Natur tüchlig gemacht, aus sich selbst zu wirken, mitzuarbcitm an ihrem großen Plane. In der Gestalt des geliebten Gegensiandes, dm sic mit allen Reizen schmückt, stellt sie ihm das Ideal vor Augen. Er sieht das Leben in seiner hochsic» Potenz — Schönheit, Tugend und Wahr« heit. Die Natur, die er bisher nür fragmentarisch auf» faßte, erweitert sich ihm zu einen unendlichen Ganzen, vom Elan; der Unsierblichkeir umflossen. Nun fühlt er sich ganz frei, fähig uiid bestimmt, durch eine Ewigkeit als - Sclbstschöpfer zu wirke». Es drangt ihn, den heiligen Geist der Natur, den ihm die Liebe enthüllte, ausznsprechcn durch sein Leben: cs drangt ihn, das Näthsel der Welt zu lösen. Jetzt ist der Wirkungskreis für die höchste» Kräfte seines Geistes aufgcchan, Vernunft, Phantasie und Wille treten in einen harmonischen Bund. Die kindische Neugierde verwandelt sich in Wißbcgicrde» der Nachah« »umgstrieb in den Trieb der Sclbstthätigkeit, Originalität. Der Mensch wird ein Individuum. Das Streben nach