Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 4 H. (1809)
- Article
- Philosophie und Poesie - Erzieher des Menschengeschlechts
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 13)
- Language
- German
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dagegen- Es ist aber nichts weniger als nothwcndig, ja sogar rhöricht, das Spiel des Kindes zum Vehikel der Belehrung zu machen. Tenn der Cpieltricb ist eine moralische, keine intellektuelle Aeußerung der Kindcssccle. Das Kind soll spielen, nicht lernen. Aber die int» selige Erziehungswurh will mehr, sie kann die edle Zeit (wie sic sich ausdrückt) nicht so verderben sehen, und der Pftudopadagog meint Wunder, wie pfiffig er sey, wenn er auf eine solche Art dem Kinde spielend (wie er meint) etwas bcizubringen sucht. Der Spicltried kann, zwecklos de» handelt, sehr leicht in Eigensinn, Ungezogenheit, Halssiar» rigkcic ec. übergehen, sobald man dem Kinde etwas anders als Spielen zuniurhet, Sobald das Kind noch gar keine klaren Vorstellungen hat, hat cs auch noch kein De» dürfniß sich eigentlich zu beschäftigen. Es muß erst ein namhafrcrDorrath von klaren Vorstellungen da sey», ehe dicß möglich ist. Dis dahin sind die Spiele des Kindes sinnlos und mechanisch. Es zerpflückt Blumen, zerreißt einen Strohhalm in kleine Stückchen — ohne eine Idee auszusprechen. — Man erstaune bei diesem Worte nicht gar zu sehr. Sobald einige Begriffe da sind, regt sich der Nachahmungstrieb, und das Kind wird das in seinem Spiele lhun, was cs von Andern ihm» sicht. Mit ihm entwickelt sich die Neugierde, das erste Regen des Er kennt n iß trieb cs. In der mechanischen Periode des Spieltricbes ist es ganz einerlei, womit sich das Kind beschäftige, ob cs Kartenhäuser baue, oder Puppen anS- und ankleide. Sobald sich aber der Erkemirnißtrieb zu regen beginnt, so bringe man in sein Spiel so viel und zwar das, wodurch dieses erste Regen und Streben de-