Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 4 H. (1809)
- Article
- Philosophie und Poesie - Erzieher des Menschengeschlechts
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 11)
- Language
- German
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kann und soll sie demselben mehr oder weniger geben, als zur Stillung seines Hungers und Durstes nothwendig ist? Kami und soll sie ihm etwas andres, d. i. etwas Besseres, oder Ccklcchtercs geben, als wodurch die Befriedigung zur Erballung und Gesundheit des Körpers geschehen kann? Kann und soll sie rin anderes Gesetz befolgen, als das der allcrcinfachsien E nfachheit, wenn man n:it Recht soll von ihr sagen können: Cie versiehe die Kunst die Triebe zweckmäßig zu behandeln? Der Trieb nach Nahrung kann und wir/, in seinen falschen Richtungen sich zur Lüsternheit, Naschhaftigkeit, Gefräßigkeit, Völlerei, Schlemmerei ec. entwickeln. Diese falsche Richtung ist das Werk — nicht der Natur, sondern der Erziehung; und diese begeht diesen leicht zu vermeidenden Fehler alsdann, wenn sie den Endzweck des Nabrungstriebes aus den Äugen verliert. Giebt die Mutter dem Kinde mehr, als Hunger und Durst fordern, giebt sie ihm etwas Besseres, als was bloß zur Nahrung, d. h. zur Erhaltung und Stärkung der körpcrlichcn Kräfte, mithin zur Gcsimdhcit des Körpers gehört; leitet sic also diese» Trieb von seinem naturgemäßen Strebeziel ab, dann darf sie im Fall jener Fehler nur über ihre eigne Unvorsichtigkeit klagen. Trieb nach Bewegung. Das Kind bewege sich, hüpfe, springe, wenn und wie es wol'e, bis Ermüdung die Sehnsucht nach Ruhe von selbst herbciführt. Es übe seine Glieder, um den Gebrauch derselben zu lernen, entwickle und starke seine Muskelkraft. ׳ Mir willkührlicher Bewegung beginnt die freie Sclbstthä-