Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 4 H. (1809)
- Article
- Philosophie und Poesie - Erzieher des Menschengeschlechts
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2304627-2304649-2304651-10857273-2316028--02029-2316364- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
229 festen, reinen, heiligen Willens» und lehre ihn auf diese Weise das, was ewig ist, das S cyn; und er wird den Schein begreifen, die Erde nach dem Himmel messen. Denn leicht verständlich ist dem das Leben und die Welt, dem es das Ich ist, und die Natur. Vernunft, Phantasie und Wille sind die drei Stufen znmTcmpcl menschlicher Vollendung. In seinem Allcrhciligsien thront die Religion, und nimmt den Kommenden an ihre göttliche Brust. Ucber diese Stufen leite der Erzieher den Menschen. Und wie muß er handeln, wenn ihm dieses gelingen soll? Er folge der Natur. Was heißt und wie geschieht dieses? Er sey zunächst selbst vollendeter Mensch, habe das große Bcwußlseyn nach menschlichem Vermögen ermessen, erkenne sein Ich und die Natur. Wahrheit, Schönheit und Tugend feyen die Eöt» tcr, die er anbetet, das Bestreben, den göttlichen Sinn der Natur im Leben durch sein Wirken auszusprcchen, glühe lebendig in seiner Seele: und er wird vollendet hei» ßcn. Er wird nun fähig ftyn, die Kräfte, die Triebe des Mensche» zu erkennen» ihre Wirkungen, ihre Gesetze zu begreift», sic mm also iit ihrer Entwicklung naturgemäß zu ihren bcsondcrn Endzwecken hinzulcikcn vermögend scyn. Seine Kunst ist mit einem Worte, eine Kunst, alle Triebe des Menschen zw eck maß i g zn befriedigen, die sich alle auf die drei Hauptgnmdtriebe, Trieb nach Erkcnnkniß, Trieb nach Glückseligkeit und Trieb zur Tugend, zurück» führen lassen. Wir wollen nun die pädagogische Behänd« lungsart dieser Triebe besonders kcnnc» lernen. Doch zu» erst etwas über die vorzüglichsten Hindernisse» die der Aus» Übung dieser so wichtigen Kunst im Wege stehen.