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Sulamith · 1809-01-01 · 2 Bd. 4 H. (1809) · p. Seite 225

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Journal
Sulamith
Volume
Zweiter Jahrgang 1808-1809
Issue
2 Bd. 4 H. (1809)
Article
Philosophie und Poesie - Erzieher des Menschengeschlechts
Date
1809-01-01
Page
Seite 225 (sequence 3)
Language
German
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225 duum sollte fähig styn, diesen unendlichen Geist in diesen Formen auszusprcche«. Nur dem Genius der Menschheit sicht die Natur gegenüber. Er mußte zu diesem Endzweck als Genius der Wahrheit/ der Schönheit, und als Genius der Tugend unter uns wandeln. So sehen wir nun unter dm Menschen Philosophen, Dichter und moralischc Heroen. Sie sind Genien zu nennen, inwiefern sie sich, jeder auf seine Weise, bestreben, das Rachscl der Welt zu lösen, d. i. die Natur, den Sinn, den Geist der Erscheinungen darznsiellen in ihren Schöpfungen. Erfor» schung des Idealen, lebendige anschauliche Darstellung und endlich Verwirklichung desselben ist der große Inhalt ihrer Thaligkeit. Der Philosoph wandelt im Reich der Ideen, er forscht npch Gründen und Endzwecken in tief« sinniger Betrachtung. Der Dichter belebt sic und erhebt sic zu Anschauungen in den Werken der Kunst durch diebelebende erhellende Sonne der Phantasie. Der handelnde Mensch sucht sic zu verwirklichen durch Herstellung einer allgemeinen Glückseligkeit in seinen Handlungen (Aeußcrungen der Schöpferkraft eines heiligen Willens). Doch so gewiß das Menschengeschlecht im Allgemeine» auf der Dahn zum Ziele seiner einstigen, göttlichen Vollendung immer weiter vorwärts schreitet, so scheint und ist dieses im be» sondern und cinzeln doch ganz anders. Wir sehen den Mensche» in ohnmächtiger Beschränktheit nur seinen nie« der» Bedürfnissen huldigen, anstatt zu lösen scheint er immcr mehr zu verwirren; wenn die Bildung der Mensthheik, wie die des Individuums drei Haupkperioden hat, die Pe» riode der Sinnlichkeit, die des Verstandes, und di« der Vernunft, so sicht unser Zeitalter, in. der zweiten. Frei-

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