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Sulamith · 1809-01-01 · 2 Bd. 4 H. (1809) · p. Seite 224

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Sulamith
Volume
Zweiter Jahrgang 1808-1809
Issue
2 Bd. 4 H. (1809)
Article
Philosophie und Poesie - Erzieher des Menschengeschlechts
Date
1809-01-01
Page
Seite 224 (sequence 2)
Language
German
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234 Druck tyrannischer Bedürfnisse; sey cs, geleitet von der sanften, milden Hand der Freiheit und eines gelauterten Forschungsgeisies sich auf diese Hohe desDewußtseyns hinanfzuschwingen, sich darauf zu erhalten und;u orientiren. Staaten gingen unter, Staaten blühten auf; Tyraitnei und Fanatismus geißelten mit furchtbaren Qualen das Menschengeschlecht; Liebe und Haß beglückten und zerstörten, eins uuis andere: Und alle diese Erscheinungen sind, von dem erhabenen Standpunkte der Vernunft ins Auge gefasst, nichts weiter, als eben so viele Modisikationen dieses einigen, großen, göttlichen Sterbens, das durch die sittliche Natur geht, und das ewige Fortschreiten des Menschengeschlechts zum Gipfel der Vollendung verbürgt. Das Näthsel der Welt, des Daseyns zu lösen, das nnermeßliche Bewußtseyn vor seinen beschrankten Blicken auszubreiten, wandelt der Genius der Menschheit im Staube der Erde, tragt er die O-ttalen des Lebens und schafft und zerstört mit wunderbarer Kraft. Der Mensch ist also bcstimmt zum Wirken, Schaffen. Lösen soll er das Rathsel der Welt d. i. den göttlichen Sinn (Geist) der Natur aussprechen, darstellen in der Erscheinungswelt durch sein Leben. Dieses geschieht auf dreierlei Weise: durch Lhatigkeitder Vernunft und Phantasie, und durch Lhätigkeit des Willens. Dort heißen seine Formen Wahrheit und Schönheit; hier Tugend. Die Werschincluma. dieser,erhabnen Eigenschaften in einen citii» gen Lewußtftpn, lebendigen, inner» Anschauen des Gottlichen, heißt Religion. Sie wird Glaube genannt, weil sie nicht objektivirt werden kann; denn hier sind die Eränzen des Menschlichen. Lech nicht das Jndivi-

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