Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd.3 H. (1809)
- Article
- Versuch einer Beantwortung der Frage: Ob die Menschen mit gleichen Anlagen geboren werden?
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 7)
- Language
- German
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sclbm ab? Sind wir etwa Meister unsrer Vorstellungen? werden sie uns nicht aus der Einnenwelt zugcführt, und sind daher die verschiedenen Wirkungen der Dersicllungcn nicht als eine umnittelbare Folge -anzusehen von der Derschicdenbeit der Vorstellungen selbst, und mithin Dcrandcrungcn, welche die Erfahrung, die Umgebungen der Sinnenwelr he! vorbrachten? Oder sollte es, wie Herr L z sch i rner behauptet, wirklich Menschen geben tonnen, die in gleichen Verhältnissen geboren, unter einerlei Befthaftigungen und Schicksalen des Lebens aufwuchftn, und nach einer unveränderlichen Norm erzogen wurden? Dieses scheint mir höchst, unwahrscheinlich, ja beinahe unmöglich; denn fty die Abweichung noch so unmerklich, wer mag aber das Gcgcntheil verbürgen? Sollte durch eine Reihe von Iahren, bei einerlei Art von Beschäftigungen, bei Anwendung der Bildnngsmittcl,׳ bei Bestrafung und Zurechtweisung, (welche vielleicht im Augenblicke einer Aufwallung, einer Verstimmung des Eemürhs, von Eltern und Erziehern gegeben wurden) nicht einmal eine Verschiedenheit, eine Abweichung von der Regel bei einem oder , dem andern unterlaufen ftyn? Sollte׳.׳. Lehrer und- Erzieher cnrch bei dem besten Willen, bei den möglichsten Kenntnissen sich immer so gleich bleiben können, wie cs doch rrorhwendcg seyn müßte? Za sollten sie selbst ohne ihr Wissen und Verschulden irren, .so ist doch Irrung keinesweges unmöglich. Doch alles vorhergehende zugegeben, so sind ja noch andere frühere Einflüße denkbar, und mithin Verschiedenheit d-cr Charakterzüge durch sie möglich: — Welchen Veränderungen ist der Mensch nicht schon ausgefttzt alsEmbrio, wclche durch den innigen Zusammenhang zwischen Mutter und