Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd.3 H. (1809)
- Article
- Versuch einer Beantwortung der Frage: Ob die Menschen mit gleichen Anlagen geboren werden?
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 178 (sequence 5)
- Language
- German
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nicht, daß dieses in der Natur der Anlagen gegründer ist, daß mithin die Natur selbst Schuld fcy. Muß nicht dieses erst berichtigt ftyn, che wir einen solchen Schluß wagen dürften? Der Vers, hatte also dieses erst beweisen sollen. Mir ist wahrscheinlich, der Vers, habe Anlage und die Entwicklung derselben mit einander verwechselt, und darum so geschlossen. Da hier alles auf den Begriff An läge ankomnit, so muß dieser vor allen Dingen gehörig erörtert und bcsiimnit werden. Cie ist streng genommen etwasGegcbcms, ein Ursprüngliches, ein Unentwickeltes; sie ist ein Vermögen zu etwas, ei» Vermögen zu werden; es ist etwas Dcharlichcä in ihr, und etwas Veränderliches an ihr. Menschliche Anlage im weitesten Sinne dcsWorrs ist ein von der Natur dem Menschen gegebenes Vermögen Mensch zu werden, im viclumfaßendsien Sinn des Worts, also ein Vermögen einer allftitigcn harmonischen Entwick lang zur Menschheit. Beschranken wir den Begriff aus die körperlichen Anlagen: dann heißt cs ein Vermögen einer allscitige» physische., und organischen Entwicklung, bestimmt ein Unsterbliches, ein Göttliches' zu umschließe» Diesem sichn entgegen die geistigen Anlagen, als Vermögen der intellektuellen Entwicklung zu einem harmonische» Vcrhältniß. Was wird nun moralische Anlage seyn? Tugendfahigfeit ist cs noch nicht; denn Zähigkeit selbst ist schon mehr als bloße Anlage» reist die erste Anregung der Anlage, auf etwas bcstimmtcrcs gerichtet: hier har schon die End .Wicklung begonnen.. Moralische Anlage (insofern dieses st