Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd.3 H. (1809)
- Article
- Versuch einer Beantwortung der Frage: Ob die Menschen mit gleichen Anlagen geboren werden?
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 177 (sequence 4)
- Language
- German
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177 cs ni ich in crschwerk, oder dasselbe begünstigt; mit einem Wonc: wollte er damit eine gewisse Form der Sinnlichkeil bezeichnen; oder soll d nnit das Vermögen zur Tugend in dem Menschen gemeint scyn? Er sagt ferner» Vcrschiedenheit der Charaktere sty noehwendig. Was -soll man hier nnrcr Charakter verstehen? sind damit bloß Ncigungen gemeint? Man muß dieß zur Ehre des Derf. glauben, weil er die Nothwendigkeit derselben siatuirt; denn wollte er damit den Charakter, d. h. jene Selbstständigkeit durch die Vernunft bestimmt und gegründet, das Resultat eines harmonischen Verhältnisses aller einzelnen Gcmülhskrafre, untergeordnet dem höchsten gebietenden Gesetz der Vernunft, meinen: so Ware eine Verschiedenheit hier etwas äußerst Trauriges. Soll damit aber die Verschiedenheit der Richtung der menschlichen Neigungen auf verschiedene Gegenstände des bürgerlichen Lebens gemeint scyn, so dürfte man dieses nur nicht Charakter nennen. Soviel über den Sinn des Satzes. Nun etwas über die Wahrheit desselben. Der Vers, sucht die Wahrheit dieser Behauptung aus Schlüssen der Analogie zu bewciftn, und meint, weil die Menschen in Rücksicht ihrer körperlichen Bildungen von einander verschieden sind, so könnte man auch ««nehmen, daß sie es in Hinsicht der geistigen und moralischen Anlagen auch scycn. Wenn der Vers, genauer auf die Prämissen seines Satzes gesehn hätte, so würde er diesen Schluß wohl nicht daraus gezogen ha« den; denn cs fragt sich erst, ob die Menschen in Rücksicht ihrer körperlichen Anlagen wirklich verschieden sind; den» daß sic in ihrer Entwicklung von einander abweichen, beweist ll. Jahrz. 2. Band. N