Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 2 H. (1809)
- Article
- Jüdische Schulanstalten
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 107 (sequence 35)
- Language
- German
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stimmen, daß ein mechanisches Beobachten des Ccremoniels, woran die Seele gar keinen Anrheil hat, weder de» Menschen bessern, noch dem Schöpfer wohlgefällig scyn könne. Hier noch einige siüchlige Bemerkungen, die sich mir auf gedrungen haben. Wenn wir auch in der Idee die Religion für entbchrlich hakte», und uns ein tugendhaftes Menschengeschlecht ohne dieselbe denken können: so habe» sich doch die Menschen in ihrem gegenwärtigen Zustande noch nicht dis zu diesem Ideal erhoben, und wer weiß, ob sie sich je dahin erheben werden. Die Gesi htspunkte der Moral sind zu erhaben, zu weit entfernt von dem Ideenkreisc der gewöhnlichen Menschen und ihrer Handlungsweise, als daß sic lebendige Ueberzeugung hervorbringen könnten, und was nutzen sie alsdann? Oie Moral ist keine Sammlung von Sätzen, welche die Vernunft überdenkt und anwendet; sic ist eine Steigerung des inner» Menschen und eine Erweiterung seines ganzen Idecnkreises. Aber dieses kann nur das Produkt einer gleichförmigen und harmonischen Bildung aller Seelenkräfte ftyn, und ist in unfern Schulen , die der Knabe verlaßt, sobald er einige Fertigkeiten und die nöthigstcn Kenntnisse erlangt hat, schwer zu erreichen. Die Religion dürfte ferner aus folgendem Grunde nothwendig scnn. Man wirft unserm Zeitalter, leider nicht mir Unrecht,- Egoismus vor. Die wirksamsten Mittcl dagegen sind Vaterlandsliebe und Religion; beide erweitern das Interesse des Menschen, und lenken es vom Bksondcrn aufs Allgemeine hin. Wenn nun aber Ersten H -