Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 2 H. (1809)
- Article
- Jüdische Schulanstalten
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 104 (sequence 32)
- Language
- German
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ro4 Jllgendunterrickts geworden ist. Aus dieser Erziehung entstanden drei ZUassen in Rücksicht der religiösen Bildung. Erstens: Gelehrtes oder solche, die das Studium des Talmuds fortsetzten; entweder um eine Rabbincrstelle zu bekleiden, oder bloß aus Religiösitat und Neigung, Zweitens: solche, die bereits viele Kenntnisse im Talmud erlangt hatten, aber nachher zum Handel übergegangcn waren. Drittens: solche, die den Talmud nur einige Jahre studirt, und wenig oder nichts davon begriffen hatten. Da man den Fehler begangen hatte, sic zum Talmud übergehen zu lassen, che sie noch die fünf Bücher Moses dcrn Wortvcrsiandc nach übersetzen konnten: so haben sie auch dasslbe niemals gelernt. In ihrem Leben sind sie zwar mit einem Theile der Ceremonien bekannt geworden, sie wissen aber weder Sinn noch Bedeutung derselben; eitlen eigentlichen Religionsunterricht hatten sie nie erhalten. Co stand es um die religiöse Bildung, als Mendelssohn, unterstützt vom'Gerste der Zeit, seinen Glaubensgenossen einen v%nm Schwung gab. Er sah die Mangel der Erziehung und fühlte es, daß dre heilige Schrift als das wirksamste Dildungsmittel benützt werden müßte. Um einem bessern und fruchtbaren: Studio der Bibel den Weg zu bahnen, gab er seine Ucbersetzung der 5 Bücher Mosis und die Psalmen heraus. Welch ein Glück wäre es für die Israeliten gewesen, wenn man, anstatt der vielen Streitschriften, ob die Anhänger der mosaischen Religion die Rechte des Bürgers verdienen, die Regierungen dazu bewogen harre, einem Collcgio der gebildetsten, mit dem