Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 2 H. (1809)
- Article
- Jüdische Schulanstalten
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 99 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2304627-2304649-2304651-10857203-2316011--01871-2316234- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Cjy Farben dar, und fordere die Zöglinge auf, sich einen derselben zum Model zu nehmen, und ihm im Kleinen nachznahmcn. Ferner wäre es zu wünschen, daß man mehr Sorgfalt auf die ästhetische Bildung wenden möchte; denn das Gefühl fürs Gute und Schöne sind sehr nahe verwandt; sie erheben beide, wenn gleich auf verschiedene Art, das Gemüth über das Sinnliche und Gemeine, und der gebildete. Geschmack besitzt eine unerschöpfliche Quelle edlerer Vergnügungen, wodurch er manche sinnliche Genüsse leichter entbehren kann. Er verabscheuet alles Häßliche, Ungestaltete und Geschmacklose, und wird oft durch die Form von manchen gröbern Lastern zurückgcschrcckt. Schon die Freuden, welche das Wohlgefallen am Schönen auf die Dahn des Lebens streuet, sollten uns bewegen» dasselbe so viel wie möglich anzubauen; denn warum sollten wir nicht unstrm Zögling die Bürde desLebcnS zu erleichtern suchen, wenn cs ohne großen Aufwand geschehen kann? Wenn uns ferner die tägliche. Erfahrung lehrt, daß Mangel an -Beschäftigung die Quelle vieler Laster ist, so sollte die Erziehung alles aufbieten , daß ihr Zögling einst nicht in diesen unangeuchmcu Zustand komme: was ist aber hierzu geschickter, als ein gebildetes ästhetisches Gefühl? Die meisten Dinge, welche der Knabe treibt , haben sehr oft keinen Reiz für ihn; scin Eifer cntstcht'blvß Mls'Ehrbegicrdc, Gefühl von der Nothwcndigkcit derselben, um einst in der Welt fortzukoinincn, und mit dem Austritte aus der Schule legt er sie weg. Nur die Beschäftigung mit schönen Werken wird immer ihren Reiz behalten, und, er