Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 2 H. (1809)
- Article
- Jüdische Schulanstalten
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 10)
- Language
- German
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schon jefst auf den ehemaligen entehrenden Menschenhandel, und die Stimme der Gerechtigkeit gilt uns mehr als tausend Stimmen des Geistes und der Habsucht. Das Flohe und Eckige der alten Zeit haben wir glücklich abgeschliffen, und das Große, Edle und Schone, das sie hakten, ist auch uns geblieben, ihr Streben nach Vollkommenheit ist auch für uns nicht verloren gegangen. Die Form ist freilich auseinander gefallen, aber der Geist blieb und ging in unsere Kinder und unsere Enkel über, dort lebt er und wirkt ungehemmt, hin zu einem ewigen höher« Ziele. Die großen Schatze verflossener Jahrhunderte liegen aufgehänft vor uns, und was die Menschheit geschaffen und gebildet, was sic Großes und Scheues, was sie Schreckliches und Furchtbares hervorgcbracht, was sie im schweren Drange kriegerischer Zeiten, oder tmter dem wohlthatigen Schutze des Friedens gcthay und gelitten hat, das allcS dient der spätesten Nachwelt zum Lohne, zur Warnung, zur Besserung, znm hohem Vorwartsstrcben. Allenthalben ist die Saat gcsact, die wieder zu einer neuen Aussaat wachst und reift. Zwar liegt sie dort unter Schnee. und Eise; aber getrost! das Eis schmilzt, und unter der erwärmenden Decke des Schnees lag die Aussaat sicher und ruhig *).. Ja überall und in jedem Zeitalter ist das Streben nach einem hohem Ziele sichtbar und in die Augen fallend, wenn nur die Menschen dazu angcftucrt und aufgeregt werden. Sic fühlten das Dcdürfniß einer hohem Bildung und — was für uns über- *) Dcrgl. Herders Briefe zur Beförderung der Humanitär. i. Tb.