Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 1 H. (1809)
- Article
- Französische Literatur
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 6)
- Language
- German
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Z2 zen; blühende Töchter der Schönheit, * die durch ihr Wehklagen die härtesten Herren rühren würden. Kommt, sol. gct mir auf jene Ruhestätten vom mühevollen Leben, auf ihre Kirchhöfe, wo uns alles mahnt, daß dieser Aufenthalt der Vernichtungen die Wiege der Unsterblichkeit sey. Da werdet ihr Freunde sehen, die sich auf Grabhügel dcr abgeschiednen Freunde werfen, um ihre Gebeine mit Küssen und Thrancn zu überhäufen *). . . Raubt mir auch ein feindliches Geschick dcn Gegenstand meiner Liebe, so darf ich doch sein Grab mir Thraucn dcr Sehnsucht befeuchten. . . . Nein, nein! trostvolle Unsterblichkeit, kann ich dann an dieser schauervollcn einsamen Starre cmsrufeu, dir bist kein Hirngespinnsi l jene wohichangen Seelen, die durch ihren liebevollen Umgang hicnicden so vielen Zauber über meine Tage aüsgegoßen haben, sind nicht in Vernichtung übergegangen, sie leben noch in einer gewiß schönern, reincrn und glücilichern Welt: sie umschweben, hören und richten mich. Sollte ich mich je von dem Pfade der Tugeird entfernen, sollte ich je meine Pflichten vergessen können.' w will ich nach diesem Tempel der' Schwernintl) wandeln, daselbst Thranen der Rene vergießen und gebessert und würdiger werde ich dieses Denkmal dcr.Zart- *) fis ist Gebrauch unter dcn Juden, an dem Jahresraqe der verstorbenen Eltern oder nahen Verwandten, und an andern dazu festgesetzten Tagen ihre Gräber zu besuchen, um daselbst Gebete für die Seelen der Hinge-' schicdcnenen zu verrichten. Viele scheuen weder Kostenaufwand noch beschwerliche Reisen von 50 uud niedreren Meilen, um dcn Manen ihrer Eltern diese Geöuchtnißfeier zu bringen. Anm. des Ucbcrs.