Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 2 Bd. 1 H. (1809)
- Article
- Französische Literatur
- Date
- 1809-01-01
- Page
- Seite 30 (sequence 4)
- Language
- German
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30 der gefühlvolle Beobachter demselben seinen innigen Beifall nichr versagen kennen. Eben bei dieser allgemein getadeltcu Na non suche man nicht vergebens lene unverbrüchliche treue Anhänglichkeit unter den Gliedern derselben Familie, die so selten bei andern gefunden wird. Fremd sind ihnen der gehässige Neid und der Geist der Zwietracht, die so oft das häusliche Glück zerstören, mrd gewaltsam diejenigen trennen, welche die Natur für einander geschaffen hat, und ihnen sich gegenseitig zu lieben gebietet. Keine undankbaren Kinder, die den letzten Willen ihres geliebten Vaters vergeffend sich einander verfolgen, einander die geringen Uebcrreste gierig rauben, werdet ihr unter ihnen sinden. Sic wissen zwar nicht die Handlungen der Pflicht mir den 5Hui:kh der Beredsamkeit auozuschmücken; dahingegen wissen sie die wahre Lugend zu schätzen und zu empfrnden, gcbrichr es ihnen gleich an Ausdrücken dazu. Eben so selten wird man unter ihnen treulose Ehemänner sehen, die ihre tugendhafte Gattin verlassen, um in den Armen einer Buhlerin der Wohllust zu frchnen < als ehrvergessene Fr""eu, welche, die'Pflichten der Gattin und Mutter verachtend, sich in den Schlund verführerischer Ausschweifungen flürzen. Da erblickt man noch Keuschheit und bezauberte Animith Hand in Hand schön gepaart gleiches Schnrres wandeln. Schaam bedeckt noch die Wange der Schönheit mit bescheidner Reche.-~L>bgloich—- die Auflösung des heiligen Bandes der Ehe von der Religion als erlaubt anerkannt wird, so stempelt doch diese Handlung mir dem Gepräge der Schande denjenigen, der davon ein Beispiel giebr. Vergebens würdet ihr Personen beiderlei Geschlechts unter ihnen suchen, welche, nachdem