Sulamith
- Journal
- Sulamith
- Volume
- Zweiter Jahrgang 1808-1809
- Issue
- 1 Bd. 6 H. (1808)
- Article
- Über Massora und Massoreten
- Date
- 1808-01-01
- Page
- Seite 407 (sequence 12)
- Language
- German
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blieben und sich daher z« ruhmwürdigen Ephoren des heiligen Gesetzes qualificirten. Doch eine zweitesehr wichtige, und für das israelitische Volk sehr traurige Epoche begann. Das indische Reich wurde zerstört, das Band der Nation löste sich auf, ihre Freiheit verschwand und mit ihr sank auch die Sprache. Die nach Chaldcen geführten Judacr bildeten zwar in ihrer Gefangenschaft noch ein Ganzes, und bekannten sich noch immer als Verehrer der heiligen Religion ihrer Dürer, des einzigen Schatzes, den sie ans ihrem Vater« lande mitgenommen hatten; doch die Rcinigkeit der Sprache hörre ans, Ehaldaismen und Varbarismcn schlichen sich ein, neue Ideen, neue Systeme fanden Eingang in die Köpfe des unterjochten Volkes. Der Narionalgiaube, der bis jetzt an die Ausübung der Gesetze unzertrennlich geknüpft war, zersireucte sich, und sank nun, nachdem die Ansübung jener Gesetze aufgchört hatte, in einen »nachtcn Ideaiglauben hinab. Man gewöhnte sich, wahrend eines Zeitraumes von 70 Jahren an die Sitten und Gebrauche des neuen Vaterlandes, «nd die hebräische Sprache überließ ihr mütterliches Recht einer siegenden Nebenbuhlerin. Nur wenige Edle der Nation waren noch vorhanden, die den geheiligten Schatz des hebräischen Textes und jener mündlichen Ueberlicftrungcn sorgfältig qufbewahrccn. Aber was vermochten diese wenigen gegen die große Menge? Mußten diese doch selbst bei ihre» öffentlichen Vonragen, um sich verständlich zu machen und ihren Reden in die Herzen ihrer Zuhörer Eingang zu verschaffen, zu herrschenden Bildern ihre Zufiucht nehmen «nd